(sto) Es war bald 23 Uhr, als der frisch im Amt bestätigte Vorsitzende des Friedberger CDU-Stadtverbandes Dr. Hermann Hoffmann mit einem Schlusswort die Jahreshauptversammlung beendete. Die 55 Mitglieder, die am Abend des vorvergangenen Donnerstags zu der Versammlung erschienen waren, hatten zu diesem Zeitpunkt einen regelrechten Wahlmarathon hinter sich. Neben der Kandidatenliste für die Stadtverordnetenversammlung, die von Hoffmann angeführt wird, galt es die Listen für sämtliche Friedberger Ortsbeiräte, Delegiertenlisten für verschiedene CDU-Gremien sowie den Vorstand des Stadtverbands neu zu wählen.

Die Sitzung wurde vom Bad Nauheimer CDU-Chef Oliver von Massow geleitet, der stets den Überblick über das muntere Treiben behielt. Gleich zu Beginn der Sitzung kam der Wahlkreisabgeordnete im Hessischen Landtag Tobias Utter in einem Grußwort auf die aktuelle Flüchtlingssituation zu sprechen. Er warb um Verständnis dafür, dass Friedberg hierbei mittlerweile eine große Rolle spiele. Schließlich seien leer stehende Kasernengebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen besser geeignet als Sporthallen und Bürgerhäuser. Utter erklärte, dass die hohe Zahl der Flüchtlinge nicht der Bundeskanzlerin angelastet werden könnten. Die Ursachen lägen wo anders, nämlich vor allem in Syrien, wo der Krieg und der Terror Assads die Menschen in die Flucht trieben. Mindestens die Hälfte aller derzeit in Deutschland ankommenden Flüchtlinge stamme aus dem Kriegsgebiet. In Griechenland angekommen würden die Flüchtlinge nicht registriert, da das Land faktisch dazu nicht in der Lage sei. Utter erklärte, dass das Land Hessen große Anstrengungen unternehme, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. So würden beispielsweise neue Stellen bei der Polizei geschaffen und neue Lehrer angestellt. Außerdem verwies er darauf, dass wegen einer großen Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen noch Pflegefamilien gesucht würden.

Die Flüchtlingssituation war auch Gegenstand des Rechenschaftsberichts des scheidenden Vorstands. Hoffmann verwies darauf, dass Friedberg wegen der Flüchtlingsunterbringung gleich auf mehreren Ebenen gefragt sei. Das Land plane eine Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Kasernengelände. Der Kreis habe bereits Flüchtlinge in der Kreisstadt untergebracht und plane nun die Notfalleinrichtung für bis zu tausend noch nicht registrierter Flüchtlinge. Und schließlich würden der Stadt von der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen. Die Friedberger CDU erwarte vom Land konkrete Hilfen, vor allem auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Kasernengeländes. Bei der Zuweisung müssten zu Gunsten der Stadt  zudem die Flüchtlinge in der Landes- und den Kreiseinrichtungen berücksichtigt werden. Ziel müsse auf jeden Fall sein, eine Belegung von Bürgerhäusern und vor allem Sporthallen zu vermeiden.

Im Übrigen blickte Hoffmann auf eine aktive Amtsperiode zurück. Mit einer Reihe von Veranstaltungen wie den vielen Unternehmensbesuchen im Sommer und den Stadtgesprächen zu unterschiedlichsten Themen habe man eine sehr gute Resonanz aus der Bevölkerung erfahren. Die CDU Friedberg werde weiterhin vielfältige Veranstaltungen anbieten und strebe an, bei der Kommunalwahl im März des kommenden Jahres wieder stärkste Fraktion in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung zu werden. Für den Neujahrsempfang 2016 kündigte Hoffmann mit Wolfgang Bosbach MdB einen ganz besonders interessanten Redner an.

Auch Olaf Beisel verband seinen Bericht als Fraktionsvorsitzender in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung mit einem Blick auf den anstehenden Wahlkampf. Es gelte, in der künftigen Stadtverordnetenversammlung wieder mehr Verantwortung zu übernehmen. Dies sei zuletzt deshalb gelungen, da die Fraktion aus Grünen und Sozialdemokraten in diesem Jahr endgültig auseinandergebrochen ist. Dies habe sich als „Glücksfall für Friedberg“ erwiesen, da die CDU so maßgeblich die Verabschiedung des Haushaltes 2015 bewirken konnte, bei dem deutliche Einsparungen erzielt worden seien. Nach der von Rot/Grün beschlossenen Straßenbeitragssatzung und Grundsteuererhöhung sei es wichtig, dass die CDU an dem Sparkurs festhalte. Es sei nicht die Zeit für ideologisch motivierte Prestigeprojekte. In Zeiten leerer Kassen, müssten alle Anstrengungen darauf verwendet werden, bestehende Einrichtungen zu erhalten und die Bürger vor untragbaren Steuer- und Abgabenerhöhungen zu schützen.

Bei den Vorstandsneuwahlen wurde Hoffmann als Vorsitzender genauso bestätigt wie Christel Bohl, Hendrik Hollender und Patrick Stoll als stellvertretende Vorsitzende. Schriftführer bleibt Volker Muras und Kassenwart Dieter Olthoff. Der neue Vorstand wird durch Dirk Antkowiak, Rosa Maria Bey, Gudrun Dietrich, Ellen Guth, Frank Litzinger, Rebecca Riesener, Günther Weil und Sybille Wodarz-Frank als Beisitzer ergänzt.

Für langjährige Mitgliedschaften wurden Manfred Müller, Gerd Rustige und Gisela Rasper (jeweils 40 Jahre) sowie Reinhard Ender und Volker Muras (beide 25 Jahre) geehrt.

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