(hol) Beeindruckt von Größe und Angebotsvielfalt zeigten sich Mitglieder aus Vorstand und Stadtverordnetenfraktion der Friedberger CDU bei ihrem Besuch der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) in Friedberg. Empfangen wurden die Kommunalpolitiker rund um den Fraktionsvorsitzenden Olaf Beisel und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender von Schulleiterin Jutta Tschakert, die Friedbergs größte Schule seit Februar 2014 leitet. 
 
Wie Tschakert ihren Gästen erläuterte, ist die JPRS eine große gewerbliche und selbstständige berufliche Schule mit derzeit rund 120 Lehrkräften sowie 2.000 Schülern. Von den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung über die zweijährige Berufsfachschule, die Fachoberschule bishin zum Beruflichen Gymnasium in verschiedenen Fachrichtungen bietet die JPRS durchlässige Bildungsangebote vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife. Auch die Teilzeitberufsschule mit ihren verschiedenen Ausbildungsfachrichtungen ist sehr breit gefächert. Auf Grund der aktuellen Flüchtlingssituation auch im Wetteraukreis bietet die JPRS Deutschunterricht an. Eine große Herausforderung, da der Schule dafür kein zusätzliches Personal und keine zusätzlichen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. „Die Schulleitung der JPRS vollbringt hier eine logistische Meisterleistung, die aber auch bald an ihre Grenzen stoßen könnte", so Fraktionsvorsitzender Beisel.
 
Als sehr bemerkenswert bezeichneten die Unionspolitiker die Weltoffenheit der Schule. So unterhält die JPRS eine Kooperation mit einer Partnerschule in Chaumont (Frankreich) im Bereich Körperpflege und des Beruflichen Gymnasiums. Außerdem pflegt sie partnerschaftlichen Kontakte mit der 'Vocational School of Dongguan' und der 'Vocational School of Hangzhou' in China, die auch künftig intensiviert werden sollen und für Schüleraustausche der berufsbildenden Ausbildungszweige interessant sein dürften. Seit September 2014 arbeitet die JPRS und das 'Liceo Attilio Bertolucci' in Parma im Rahmen eines von der EU geförderten zweijährigen ERASMUS-Projektes 'Vom Massaker in Marzabotto bis zum Aufbau der Europäischen Union' zusammen.
 
Beim anschließenden Rundgang machte Tschakert ihre politischen Gästen mit den wichtigsten Grundlagen in den Schwerpunkten Metallbau, Anlagenmechaniker in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Fahrzeugtechnik, Körperpflege, Ernährung und der Arbeit in den Werkstätten vertraut. 
 
Das Angebot der JPRS werde nicht nur von Auszubildenden in Hessen, sondern beispielsweise auch aus Nordrhein-Westfalen oder Bayern gerne angenommen. Etwa im Bereich der Bäderfachausbildung liege das daran, dass die JPRS ihren Schülern ermögliche an Blockunterricht anstelle von wöchentlichen Einzel-Unterrichtsstunden teilzunehmen.
 
Sorgen macht sich Tschakert um die angebotenen Ausbildungsbereiche Bäcker, Konditoren, Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandwerk (Bäckerei), Fleischer und Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandwerk (Fleischerei), da diese nach Gießen und Frankfurt verlagert werden sollen. Und das obwohl die JPRS Hessens einzige Schule mit einer EU-Zertifizierung für das Zerlegen von Fleisch, die Herstellung von Hackfleisch und von Fleischzubereitungen sowie die Verarbeitung von Fleisch zu Fleischerzeugnissen für die Weitergabe an den Verkauf ist. „Wir werden uns für den Erhalt des Fachbereiches Ernährung an der JPRS einsetzen, damit Friedberg auch weiterhin ein so vielfältiges Schul- und Ausbildungsangebot bieten kann", so Stadtverordnetenvorsteher Hollender im Anschluss an den Besuch.
 

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