(hol) In die mustergültige Sanierung des Hauses Hospitalgasse 16 hat der Neueigentümer Stefan Strassburg aus Friedrichsdorf viel Zeit und Geld investiert. Davon konnte sich die Friedberger CDU mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Olaf Beisel und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender an der Spitze bei einer Besichtigung selbst ein Bild machen. Das Eckhaus zwischen Hospital- und Neutorgasse war in den letzten Jahren keine Zierde für die westliche Alstadt: bröckelnder und vermooster Putz, „begrünte“ Dachrinnen, ein marodes Dach und immer wieder Berge von Gelben Säcken rund um das Haus verstörten vor allem die Besucher des Café Kaktus, das sich im Untergeschoss des Gebäudes befindet. 2013 kaufte Stefan Strassburg das Haus, in dem sich neben dem Café Kaktus noch 13 Wohnungen befinden und begann mit der Sanierung. Die ist nun bis auf die Wohnungen im Dachgeschoss abgeschlossen, wovon sich die CDU-Delegation ein Bild machen konnte. Dabei erfuhr sie die hoch interessante Geschichte des 1914 gebauten Hauses.

Bauherr war Dr. August Heinrich Ferdinand Trapp, der 1861 zusammen mit seinem Schwager Theodor Münch die Photopapierfabrik Trapp & Münch gründete und lange Jahre auch ihr technischer Leiter war. Um der weltweiten Nachfrage nach den Albuminpapieren gerecht werden zu können, wurde die Fabrik durch diesen Neubau erweitert. Von 1914 bis 1929 wurden in der Hospitalgasse  vor allem sogenannte „Mattalbuminpapiere“ hergestellt, die in ganz Europa hoch gelobt wurden. Zur Herstellung dieser Albuminpapiere benötigte man das Eiweiß (Albumin) von jährlich bis zu 2 Millionen Hühner- oder Gänseeiern. 1929 wurde die zwischenzeitlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Firma von der Mimosa AG in Dresden übernommen und die Produktion 1931 nach Dresden verlagert. Mitinhaber der Fotopapierfabrik war auch Dr. Trapps Bruder Karl Maximilian, der 1905 50.000 Gold-Mark mit der Auflage stiftete, sie für eine ganzjährig geöffnete Badeanstalt zu verwenden. Das war der Grundstock für das Alte Hallenbad.

„Die Sanierung der in den ehemaligen, 4,30 Meter hohen Fabrik- Räumen auf zwei Ebenen errichteten Wohnungen war schon eine Herausforderung“, berichtete Stefan Strasburg. Um die Bewohner seines Hauses mit der Historie des Gebäudes vertraut zu machen, hat er im Treppenhaus Reproduktionen von Fotographien mit Friedberger Ansichten aus dem Jahr 1914 aufgehängt. Mit der Übergabe eines Buchgeschenkes bedankte sich die CDU-Delegation bei Stefan Strasburg. „Wir hoffen, ihr Beispiel macht Schule und weitere Hauseigentümer in der Altstadt sanieren ihre Gebäude, um Friedberg weiter zu beleben“, zog Stadtverordnetenvorsteher ein positives Fazit der Besichtigung.

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