(hol) In einer großen Runde trafen sich Professoren der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) unter der Leitung ihres Präsidenten, Prof. Dr. Günther Grabatin mit Politikern der CDU Friedberg, an der Spitze Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und Stadtverbandsvorsitzender Dr. Hermann Hoffmann. Mit dem Gespräch wurde ein Faden aufgenommen, der mit einer Gastrede Prof. Grabatins zum letztjährigen Neujahresempfang der CDU Friedberg begann. Das Gespräch sollte dem Erfahrungs- und Ideenaustausch dienen, da allen Teilnehmern eine immer stärkere Verankerung der THM und des Campus Friedberg in der Stadt wichtig ist.

Die letzten Jahrzehnte waren für die THM eine Zeit des Wandels. Auf einer von 40.000 auf mittlerweile 60.000 Quadratmeter gewachsenen Fläche haben sich mit rund 15.000 Studenten mehr als dreimal so viel eingeschrieben wie früher. In Friedberg ist die Gesamtzahl der Studenten von 2009 bis 2015 von 4.639 auf 5.636 angestiegen. Das Angebot der Studiengänge hat sich mit 65 inzwischen vervierfacht, davon werden 21 in Friedberg angeboten. Die Hochschule sieht sich nicht mehr als reine Lehreinrichtung, da immer mehr Forschungsprojekte durchgeführt werden. Als Hochschule eines neuen Typs mit Betonung auf angewandten Wissenschaften grenzt sie sich gegen rein wissenschaftliche Hochschulen ab. Im Mittelpunkt steht heute neben dem Hochschulbetrieb die Zusammenarbeit mit großen, aber auch kleinen und mittelständigen Firmen. Eine Verbindung, die durch das Angebot von dualen Studiengängen aufgenommen wird. Darüber hinaus sollen marktreife Ideen von jungen Hochschulabsolventen in einem Gründerzentrum kommerzialisiert werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen „Housing Area“an der Karlsbader Straße entsteht zur Zeit ein neues Modulgebäude für die Fachbereiche Informationstechnik – Elektrotechnik – Mechatronik, Maschinenbau, Mechatronik und Materialtechnologie sowie Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung mit 700 Quadratmeter Nutzfläche. Es wird im Frühjahr 2016 fertiggestellt. Der Bau eines weiteren Technologiezentrums mit 1800 Quadratmetern Nutzfläche ist in der Planung. Es soll 2019 bezogen werden.

Mit dieser Erweiterung in der ehemaligen „Housing Area“ und einer zukünftigen Entwicklung des Kasernengeländes bietet die Stadt für die THM einen idealen Ausgangspunkt. Zukünftig benötigt die Hochschule weitere Flächen und Gebäude sowohl für Forschungszwecke, für Partnerunternehmen als auch für Ausgründungen, einer der Berührungspunkte von Stadtpolitik und Hochschule.

Im Sinne einer guten Nachbarschaftsbeziehung nahm die Hochschule die Anregung auf, das Angebot an populären und öffentliche Vorlesungen und Feierabendreihen auszubauen. Als gelungenes Beispiel sei hier an die Vorlesung "Astronomie und Astrophysik" von Prof. Dr. Johannes Ohlert erinnert. Auch die Einführung eines Studium Generale konnte sich Professor Grabatin vorstellen. Es könnte Lehrende und Lernende der THM zusammenführen und die akademische Kultur allgemeinverständlich auch für ein größeres Publikum darstellen. Gerade dadurch könnten die Beziehungen zum Friedberger (und Gießener) Stadtpublikum vertieft werden. Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darüber, dass Friedberg für Studenten attraktiver werden muss. "Früher im Stadtbild nicht weg zu denken", so Hoffmann, " wohnen heute, dank guter Verkehrsanbindung, viele Studenten außerhalb der Stadt. An diesen veränderten Gewohnheiten muss sich aber eine Stadt auch messen lassen und anpassen."

Bildunterschrift:
Besuchergruppe der CDU Friedberg mit den Gastgebern der Technischen Hochschule Mittelhessen
​v.l.: Dr. Mathias Belz, THM, WPI Sarasota, Prof. Dr. Udo Jung, THM Fachbereich M, Martina Pfannmüller, Dr. Olaf Osten, Günther Weil, Gudrun Dietrich, Prof. Dr. Günther Grabatin, Präsident THM, Christina Bohl, Dr. Hermann Hoffmann, Gerhard Bohl, Prof. Dr. Maria M. Möhring, THM Fachbereich MuK, Prof. Dr. Karl-Friedrich Klein, THM Fachbereich IEM, Prof. Dr. Martin Sting, THM Dekan M, Prof. Dr. Dieter Baums, THM Dekan IEM, Prof. Dr. Katja Specht, THM Dekanin WI).

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