(sto) Immer weitere Kreise zieht der Protest gegen die geplante Bebauung der Ritterwiese in der Burg. Dort sollen nun - nachdem die von Bürgermeister Keller propagierten Pläne einer gastronomischen Nutzung gescheitert sind - Reihenhäuser errichtet werden.

Und je mehr Friedberger sich gegen diese Planung aussprechen, desto häufiger werden Friedbergs Politiker hierfür verantwortlich gemacht. Olaf Beisel, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärt hierzu: "Von Verschandelung durch Reihenhäuser ist die Rede und von Studentenwohnungen, die der Burg das letzte bisschen Attraktivität nehmen."

"Wie könnt ihr Politiker so etwas zulassen?", so oder ähnlich lauten die Vorwürfe, die sich die Stadtpolitiker immer wieder anhören müssten. Beisel weist darauf hin, dass die CDU-Fraktion über das Bauprojekt genauso überrascht worden sei wie jeder andere Bürger auch. Wer auf privatem Gelände bauen will, muss einen Bauantrag stellen, der vom Kreisbauamt beschieden wird. Genau dies sei hier geschehen. Auf Grund der Lage des Baugrunds in der Burg sei - so der Wetteraukreis - der Denkmalschutz eingeschaltet worden und habe eine im Ergebnis befürwortende Stellungnahme abgegeben. Alle Auflagen würden vom Bauherrn erfüllt werden. Alles rechtens, wie man der CDU versichert habe.

Beisel erklärt hierzu für die Friedberger CDU-Fraktion: „Was hier vom Gesetz her in Ordnung sein mag, ist im Hinblick auf eine gesund Stadtentwicklung absolut nicht okay. Als es darum ging, dem Wetteraukreis den Anbau an das Landratsamt durch den Verkauf einer Teilfläche des Goetheplatzes zu ermöglichen, da hat Landrat Arnold (SPD) persönlich die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit hervorgehoben. Für den Fall, dass die Veräußerung der gewünschten Teilfläche scheitere, hat er damit gedroht, das erforderliche Verwaltungsgebäude an der Kaiserstraße zu bauen, was das Ortsbild an dieser Stelle verschandelt hätte." Demgegenüber sei bei den Planungen in der Burg rein gar nichts von „guter Zusammenarbeit“ zu spüren gewesen.

Landrat Arnold habe gegen die Interessen der Friedberger gehandelt. Gerade als Landrat, der sich für die Förderung des Tourismus in der Wetterau ausspreche, sollte er wissen, was Neubauten an einem so geschichtsträchtigen Ort bedeuten. Bei einem für die Entwicklung Friedbergs und die touristische Bedeutung der Burg so wichtigen Projekt hätte es Arnold gut zu Gesicht gestanden, die Friedberger Bürger frühzeitig in die Planungen einzubeziehen. So, wie es gelaufen ist, sei es kein guter Umgang mit den Menschen.

"Die touristische Entwicklung in der Burg kann nun weiter ihren Dornröschenschlaf halten", erklärt Beisel abschließend. Die Mitarbeiter des Finanzamts und die Bewohner der Burg dürften nun dauerhaft von den Geräuschen eines Gastronomiebetriebs bewahrt werden.

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