(sto) In einer gemeinsamen Sitzung von Parteivorstand und Fraktion hat die CDU Friedberg in der vergangenen Woche einmütig festgestellt, dass die Sondierungsgespräche mit den anderen in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien ergebnislos verlaufen sind. Danach sei derzeit eine Koalition nicht möglich. Die CDU werde künftig bei einzelnen Entscheidungen um die Unterstützung der anderen Fraktionen werben.

„Da kommt viel Arbeit auf uns zu“, erklärt Olaf Beisel, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, „als stärkste Fraktion in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung werden wir aber auch ohne Koalitionspartner die wesentlichen Sachfragen entscheidend mitbestimmen können.“

Dr. Hermann Hoffmann, Vorsitzender der Friedberger CDU, pflichtet Beisel bei: „Die Sondierungsgespräche haben gezeigt, dass wir mit unseren Gesprächspartnern in vielen Punkten Einigkeit erzielen können.“ Vor diesem Hintergrund sei es für viele Bürger nicht nachvollziehbar, weshalb gerade bei UWG und FDP mögliche Koalitionen von vornherein ausgeschlossen wurden. Eine bürgerliche Mehrheit in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung wäre nämlich ohne weiteres möglich. Gerade die FDP müsse sich fragen lassen, ob sie sich ihres Wahlerfolgs sicher hätte sein dürfen, wenn sie vor der Kommunalwahl erklärt hätte, dass sie grundsätzlich für keine Koalition zur Verfügung steht. „Eine verantwortungsvolle und zukunftsweisende Politik zum Wohle der Stadt sieht anders aus“, kommentiert Hoffmann knapp.

„Was nicht ist, kann ja noch werden“, meint Beisel. Man sei optimistisch, dass eine Annäherung der Fraktionen zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein werde. Vielleicht müsse erst die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr abgewartet werden, bevor die Fraktionen wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit fänden. Die Kommunalwahl habe nämlich klar gezeigt, dass es Zeit für einen Wechsel an der Verwaltungsspitze sei. Bürgermeister Keller, den die SPD als Scheinkandidat auf die Liste gesetzt habe, sei von den eigenen Wählern abgestraft worden. Man sei deshalb gespannt, wen die SPD und die anderen Parteien als Bürgermeisterkandidaten aufstellten.

„Die CDU wird sich nach den Sommerferien mit der Auswahl eines Bürgermeisterkandidaten befassen“, verrät Hoffmann. Bei der CDU gebe es eine Reihe potentieller Kandidaten, die die Eignung für das Amt mitbrächten. 

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