(sto) „Sprecht ihr noch miteinander oder habt ihr schon geteilt?“ Dieser Spruch, mit dem der CDU-Stadtverband Friedberg zu seinem 15. Stadtgespräch eingeladen hatte, hänge auch in seinem Gießener Büro, betonte Sacha Feller vor gut 30 Besuchern im TG-Vereinsheim „Hüttchen“. Patrick Stoll, stellvertretender Vorsitzender des CDU Stadtverbandes, begrüßte die Besucher. „Obwohl das Erbrecht ausnahmslos jeden Einzelnen früher oder später betreffen wird, sind in der Bevölkerung elementare Grundsätze des Erbrechts und dessen Verflechtung mit dem Familienrecht weitgehend unbekannt“, so Patrick Stoll. Doch Sacha Feller, seit 2002 als Fachanwalt für Erbrecht in Gießen tätig, gelang in knapp zwei Stunden, viele Irrtümer auszuräumen und die Grundzüge des Erbrechtes an Hand einer Beispielfamilie in unterhaltsamer Weise zu vermitteln.

„Der Ehepartner erbt sowieso alles“. Falsch, sagte Sacha Feller. Über das gesetzliche Erbrecht bestehen oftmals falsche Vorstellungen. Das böse Erwachen kommt dann mit dem Tod des Erblassers, also mit dem Erbfall. So sind Ehegatten häufig der Auffassung, dass das gemeinsame Haus nach dem Tode eines von ihnen dem Überlebenden alleine gehört. Ihnen ist nicht bekannt, dass regelmäßig auch andere Personen Miterben und damit Miteigentümer werden. Dies können die eigenen Kinder oder sogar entfernte Verwandte sein. Und schon war man bei der Frage des Güterstandes. Eheleute leben regelmäßig im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, falls der Ehevertrag nichts anders bestimmt. Man bezeichnet diesen Güterstand auch als den gesetzlichen Güterstand. Die Gütertrennung dagegen ist eine Form des ehelichen Güterstands, bei der die Vermögen von Frau und Mann während der Ehe getrennt bleiben. Je nach Güterstand ändern sich die Erbquoten der überlebenden Ehegatten.

Sobald es ums Erben gehe, sei in den heute typisch gewordenen Patchworkfamilien schnell Schluss mit lustig, meinte Sacha Feller auf Grund seiner langjährigen Berufserfahrung. Entweder bringt die Mutter ihre Kinder mit in die neue Beziehung. Oder der Vater. Manchmal kommen auch noch gemeinsame Kinder aus der neuen Beziehung dazu. Beim Tod eines Elternteils werde es dann schnell unübersichtlich. Denn unverheiratete Partner haben kein gesetzliches Erbrecht.

„Solchen unliebsamen Überraschungen lässt sich vorbeugen“, erklärte Sacha Feller Denn das deutsche Erbrecht erlaubt jedem, für seinen Todesfall eine Regelung über sein Vermögen zu treffen. Dies geschieht durch ein Testament oder durch einen Erbvertrag. Der Erbvertrag muss immer notariell beurkundet werden, das Testament kann notariell beurkundet werden.

„Das war das interaktivste Stadtgespräch, das wir bisher hatten“, lobte Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender den Referenten und die Zuhörer bekräftigten es mit ihrem Beifall.

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