(hol) Die Diakonie-Werkstatt Wetterau in Friedberg ist gefragt. 2005 wurde die Einrichtung mit 60 Plätzen komplett barrierefrei in der Strassheimer Straße im Gewerbegebiet West errichtet. Bei ihrem Besuch erfuhren die Vertreter der Friedberger CDU mit dem Fraktionsvorsitzenden Olaf Beisel an der Spitze nun, dass die Diakonie-Werkstatt mit fast 90 Klienten völlig ausgelastet ist. Ja, es wurde inzwischen sogar eine weitere Gewerbehalle 200 Meter entfernt angemietet und zwei Arbeitsbereiche dorthin ausgelagert.

"In der Regel kommen hier Leute hin, die von einer schweren psychischen Krankheit gezeichnet sind. Vom ungelernten Arbeiter bis zum studierten Akademiker ist alles dabei", sagt Eckhard Sandrock, Leiter des Diakonischen Werks Wetterau, der die Besucher der CDU durch die Einrichtung führt.

Hier werden Menschen aufgenommen, die unter Burnout, Psychosen, Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Im Arbeitsleben sind sie an ihre Grenzen gestoßen und haben festgestellt, dass sie in ihrem alten Beruf nicht mehr weiterarbeiten können. "Unser Ziel ist es, psychisch Kranke behutsam wieder auf das Arbeitsleben vorzubereiten", so Eckhard Sandrock. In der Diakoniewerkstatt bekommen die psychisch Erkrankten wieder eine Tagesstruktur. Sie sollen versuchen, möglichst konstant zu arbeiten und sich nicht so schnell aus der Bahn werfen zu lassen. "Das ist bei Männern, die bis 40 bei Muttern wohnten und das Kaffeewasser anbrennen lassen, nicht so einfach", schildert Eckhard Sandrock sehr plastisch die Herausforderung für das 20-köpfige Betreuungsteam. Beeindruckend, was die Beschäftigten in den Arbeitsbereichen Druckerei und Layout, Lettershop, Obstbau und Gartenpflege, Lohnfertigung, Konstruktionsbau sowie Hauswirtschaft unter Aufsicht von Handwerks- und Industriemeistern leisten.

So bestaunten die Besucher der Friedberger CDU in der Holzwerkstatt große Niströhren für den Steinkauz während nebenan keltische und römische Replikate für Museums-Shops gefertigt werden. Zum Abschluss des Rundganges stellt CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel fest, dass die Diakonie-Werkstatt nicht nur vielfältige Arbeitsangebote für die Beschäftigten, sondern auch attraktive Angebote für Industrie, Handwerk und Private hat. "Die Diakonie-Werkstatt übernimmt Gartenarbeiten auch von privaten Auftraggebern und bietet einen kleinen Partyservice. In der Holzwerkstatt werden Stehpulte, Tische und Bänke gebaut. Der Lettershop druckt, kuvertiert und versendet Flyer und Einladungen im privaten und gewerblichen Bereich"; das gelte es zu unterstützen so Beisel abschließend über die Diakonie-Werkstatt in Friedberg, die einzige ihrer Art in der Wetterau.

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