(hol) Bienen sind eine gefährliche Angelegenheit: Sie können stechen. Das erfuhr auch CDU-Stadtrat Dirk Antkowiak, als die Friedberger CDU den Bienenvölkern von Doris Nothaft im Ockstädter Kirschenberg einen Besuch abstattete. Doch dass die Flugkünstler mit dem gestreiften Pelz nur im absoluten Notfall stechen - und diese Notwehr in der Regel mit ihrem Leben bezahlen - zeigte sich daran, dass weder Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender noch Ockstadts Ortsvorsteher Günther Weil gestochen wurden.

Damit aus Blüten später Früchte werden, sind fliegende Helfer erforderlich. Denn ohne Bienen gibt es keine Kirschen! Weder Äpfel noch Birnen, Pfirsiche oder Pflaumen wachsen ohne die Bestäubung durch die emsigen Insekten. Wenn Doris Nothaft von ihren „fleißigen Bienen“ spricht, dann ist die Rede von Apis mellifera, der Honigbiene. Die Imkerin hält ihre 15 Bienenvölker in sogenannten Magazinbeuten. Das sind Kästen, die eine Reihe von einzelnen Holzrahmen aufnehmen, in denen jeweils eine Wabe Platz findet.

Doris Nothaft hat vor drei Wochen den letzten Honig geerntet. Pro Volk, das aus etwa 60.000 Bienen besteht, konnte sie rund 30 Kilo Honig ernten. An die Stelle der entnommenen Waben kamen dann frische Rähmchen, die mit einer Wachsplatte bestückt sind. Auf dieser Mittelwand, die bereits das sechseckige Wabenmuster trägt, bauen die Bienen neue Waben auf.

Die Besucher von der Friedberger CDU lernten, wie die Hierarchie eines Bienenvolkes funktioniert und dass jedes Tier bestimmte Aufgaben hat. Sie erfuhren wie die Wächterbienen das Flugloch bewachen, wie sie sich vor Feinden schützen und gegenseitig durch Duftstoffe verständigen. Auch der gefährlichen Varroamilbe kam man auf die Schliche. Der vor 30 Jahren mit der asiatischen Honigbiene importierte Parasit ist für Bienenvölker so lebensgefährlich, dass jeder Imker insbesondere die Bienenbrut stets im Auge behalten, Milbenfallen installieren und die Schädlinge notfalls mit Ameisensäure ausrotten muss.

„Bienen leisten einen unschätzbaren Beitrag für den Ertrag von Obst, aber auch von Gemüse und Ackerfrüchten. Aber nicht nur unsere Kulturpflanzen werden durch die Honigbienen bestäubt, sondern auch die Wildpflanzen der Wälder und Fluren. Viele Pflanzenarten wären ohne die Honigbiene bereits ausgestorben, nur die Biene erhält den Artenreichtum der Pflanzen in unserer Landschaft. Die Früchte und Samen dieser Wildpflanzen sind wiederum Nahrungsgrundlage für viele Tiere in Wald und Flur. Sie trägt somit auch mit zum Erhalt von wildlebenden Tieren bei“, erfuhren die Besucher der Friedberger CDU von Imkerin Doris Nothaft. Gerade dieser Naturschutzaspekt war das Motiv, das sie 1999 zur Imkerei führte.

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