(hol) Um einen Einblick in den Alltag und die Belange von Apothekerinnen und Apothekern zu bekommen, besuchte die Friedberger CDU die Liebig Apotheke von Bernd Ulrich. Bei einer Führung und einem gemeinsamen Gespräch informierte Bernd Ulrich die anwesenden Politiker der CDU über drängende Probleme der Apotheker.

Bernd Ulrich ging auf die „Apothekenprivilegien“ ein, die erst mit der Niederlassungsfreiheit 1958 aufgehoben wurden. Bis dahin konnten Apotheker nur dann eine Apotheke eröffnen, wenn sie von der Stadt das entsprechende Privileg erhalten hatten. Fast 400 Jahre lang gab es daher nur zwei Apotheken in der Kreisstadt, die Hof-Apotheke zum Mohren und die Engel-Apotheke auf der Kaiserstraße. 1950 erhielten Ulrichs Eltern von der Stadt Friedberg das Privileg für eine dritte Apotheke, der Liebig Apotheke in der Bismarckstraße.

Seit 1989 leitet Bernd Ulrich nun die Liebig Apotheke. Ausstattung, Arbeitsabläufe, Aufzeichnungen – die deutschen Apotheken müssen hohe Anforderungen erfüllen. Die Rechtsgrundlage dafür bilden verschiedene Vorschriften, insbesondere das Apothekengesetz, die Apothekenbetriebsordnung, das Arzneimittel- und das Betäubungsmittelgesetz. So besteht eine Anwesenheitspflicht für einen studierten Apotheker ebenso wie ein regelmäßiger Nacht- und Notdienst.

CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann hofft, dass „uns die Apotheken auch angesichts des demographischen Wandels so gut versorgen wie bisher“. Apotheker Bernd Ulrich betonte, dass „die Apotheke ein Teil der Daseinsfürsorge ist, die jedem Menschen zur Verfügung stehen muss und vom Staat nicht vernachlässigt werden darf.“ Als wichtiger Teil des gesamten Gesundheitssystems muss für jeden Bürger eine Apotheke wohnortnah erreichbar sein. Ulrich plädiere für die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Medikamente, um Arzneimittel für alle bezahlbar zu machen. Auch der Internethandel mache den Apotheken zu schaffen. Dort werde auf Kosten der örtlichen Apotheken, die eine teure Betriebsausstattung vorhalten müssten, starker Preisdruck erzeugt.

Besonders beeindruckt waren die Friedberger CDU-Politiker von dem modernen, vollautomatisch gesteuerten und klimatisierten Warenlager in der Liebig Apotheke. „Die Menschen kommen nicht nur wegen der Medikamente in die Liebig Apotheke, sondern auch um sich Rat in Arzneimittel- und Gesundheitsfragen zu holen. Alles, was den Apotheker von logistischen Routineaufgaben entlastet, wie beispielsweise ein Lagerroboter, schafft zusätzliche Zeit für hochqualifizierte Beratung“, begründet Bernd Ulrich den Einbau. Denn früher war eine mehr oder weniger lange „Rennzeit“ erforderlich, um ein Medikament aus den Schubsäulen zu holen. Natürlich sind nicht alle 67.360 rezept- und apothekenpflichtige Medikamente ständig vorrätig. Aber innerhalb von zwei Stunden kann jedes Medikament über einen Großhändler geliefert werden.

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