„Den Bau der Umgehung habe ich hingenommen und mich mit ihr arrangiert. Doch was die Stadt uns jetzt mit der Kanalbaumaßnahme zumutet, ist zu viel!“ Bei ihrem Besuch in der seit 111 Jahren in Dorheim bestehenden Bäckerei und Konditorei von Tobias Ulrich mussten sich die Vertreter aus Magistrat, Fraktion und Ortsbeiräten der Friedberger CDU auf ihre Frage „Wo drückt der Schuh?“ massive Schelte anhören.

Und was die CDU-Vertreter von Tobias Ulrich zu hören bekamen, lies sie nur die Köpfe schütteln. So erhielt Bäckermeister und Konditor Ulrich, der nun in der vierten Generation Brot, Brötchen und Torten in der Wetteraustraße fertigt, am 18. Juli diesen Jahres ein lapidares Schreiben aus dem Bauamt der Stadt, dass demnächst Kanalbaumaßnahmen in Dorheim durchgeführt werden und er mit Behinderungen zu rechnen habe. Kein Hinweis auf den Baubeginn, kein Hinweis auf Dauer und die Art der Behinderungen. Diese waren lediglich aus dem Internet zu beziehen - 18. August bis etwa 30. November - und dass die Ortsdurchfahrt für den Durchgangsverkehr voll gesperrt werde.

„Vertreter der Stadt haben weder im Vorfeld noch jetzt Kontakt mit mir aufgenommen. Keiner hat sich offensichtlich Gedanken gemacht, was diese Baumaßnahme wirtschaftlich für mich und alle anderen Betriebe in der Wetteraustraße bedeutet“, ist Tobias Ulrich stinksauer. Nicht nur Bäckermeister Ulrich hat aktuell monatlich eine Umsatzeinbuße von 8.000 Euro zu verkraften. Auch Apotheke, Druckerei, Blumenladen, Radio- und Aquaristikbetrieb, Metzgerei, Gaststätten und Hotelbetriebe leiden massiv unter dem Kanalbau. „Hier wird die gesunde Infrastruktur eines ganzen Stadtteils sehenden Auges an die Wand gefahren“, stellte Stadtrat Dirk Antkowiak fest und fragt: „Warum hat sich die städtische Wirtschaftsförderin nicht schon im Vorfeld um ein aktives Baustellenmanagement gekümmert, um die Behinderungen möglichst gering zu halten?“

Nicht gut zu sprechen ist Tobias Ulrich auch auf die Bauleitung der Tiefbaufirma. Angesprochen auf die mehrfache Blockade seiner Zufahrt durch Baufahrzeuge erhielt er die Antwort: „Dann backen Sie doch einfach weniger Brötchen!“ Da war auch Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender (CDU) nur noch sprachlos.

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