(sto) Auto Dunker (VW- und Audi-Händler): Wegzug nach Bad Nauheim. Ford Kögler: Wegzug nach Bad Nauheim. Kia Kögler: Wegzug nach Rosbach. Kaufhaus JOH: geschlossen. Miele: geschlossen. Die Liste lässt sich fortsetzen. Wichtige Gewerbesteuerzahler  für die Stadt Friedberg oder Frequenzbringer für die Kaiserstraße wie das ehemalige Kaufhaus Joh sind weg.

„Warum konnten Ford Kögler und Kia Kögler nicht in Friedberg gehalten werden?“ Diese Frage richtet Friedbergs CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann an Bürgermeister Keller, der vor geraumer Zeit die Stelle der Wirtschaftsförderin erst besetzt hatte. „Wo bleibt der Ersatz für Auto-Dunker oder das Kaufhaus Joh? Und wann wird der Leerstand im Bereich der ehemaligen Maschinenfabrik Reuß - Kaiserstraße 114- beendet?“ fragt Hoffmann weiter. Denn zwei wesentliche Aufgabenbereiche der Wirtschaftsförderin sind, so die Stellenbeschreibung, „Sicherung und Entwicklung vorhandener Betriebe (Bestandspflege)“ sowie „Ansiedlung neuer Betriebe und Arbeitsplätze“. Auf entsprechende Nachfragen in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr vom 18.11.14 reagierte Bürgermeister Keller mehr als ausweichend. Man habe für große Autohändler keinen Platz in Friedberg, so Bürgermeister Keller.

Diese Antwort empört die Friedberger CDU. „Der Bürgermeister trägt eine persönliche Mitschuld am Einbruch des Gewerbesteueraufkommens, er setzt sich weder für die Sicherung örtlicher Betriebe noch für ein Anwerben neuer Gewerbebetriebe ein.“, so Hoffmann. Damit schädige Keller nachhaltig die Entwicklungschancen der Stadt und werde zum Totengräber städtisch geförderter Projekte wie etwa der Volksbühne.

Mit Blick auf die Haushaltssituation der Stadt Friedberg ist es nach Meinung der Friedberger CDU dringend notwendig, die Einnahmeseite kurz- und langfristig zu verbessern. Dies dürfe aber nicht durch Erhöhung der Steuern (zum Beispiel Grund - und Gewerbesteuer) oder Abgaben (Straßenbeiträge) erfolgen, also zu Lasten der Bürgerschaft, so wie es Rot-Grün für den Haushalt 2015 sicher beschließen werden. Sondern es müssen die vorhandenen, Gewerbesteuer zahlenden Betriebe und damit auch deren Arbeitsplätze, in Friedberg gehalten und zusätzlich neue Betriebe und neue Arbeitsplätze nach Friedberg geholt werden.

Fatal auch die Planungen von Bürgermeister Keller (SPD) für das ehemalige Kasernengelände. Denn hier soll nach seinen Vorstellungen nunmehr überwiegend Wohnraum (auf 40 von 76 Hektar) entstehen. Wie sollen dann aber die Folgekosten zum Beispiel für das Personal in neuen Kindertagesstätten oder die zusätzlichen Fahrzeuge für die Feuerwehr oder notwendige Erweiterungen der Kläranlage finanziert werden?

„Wir brauchen in Friedberg eine qualitative Aufwertung im Angebot auf der Kaiserstraße. Und wir brauchen Gewerbe- und Industriebetriebe, die Arbeitsplätze anbieten und durch ihre Gewerbesteuerzahlungen dafür sorgen, dass der städtische Haushalt wieder ausgeglichen wird - dafür steht die Friedberger CDU. Wegzug und Schließung von Gewebe und Handel bedeuten höhere finanzielle Lasten für die verbleibenden Friedberger, ob Betriebe oder Bürger und damit eine Bankrotterklärung für die Wirtschaftsförderung der Stadt und den Bürgermeister! Wir fordern den Bürgermeister auf, seine Ideen von Wirtschaftspolitik öffentlich vorzustellen - wir wollen wissen, wo er Friedberg als Marktplatz, als einen der zentralen Gewerbe- und Handelsplätze der Wetterau in der Zukunft sieht!“ bekräftigt Dr. Hoffmann die Haltung der Friedberger CDU.

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