(har) Für ältere Kreisstädter ist die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) noch immer das Polytechnikum, für andere die FH (Fachhochschule), doch seit vier Jahren firmiert die Hochschule als THM und dies mit immer größeren Erfolg, nicht zuletzt dank neuer Studiengänge und einer tiefen Verwurzelung in der Region.

„Wir sind eine dynamische Hochschule und bieten eine erstklassige Ausbildung. Das wissen auch die Firmen, nicht nur hier in der Region“, sagte THM-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin auf dem Neujahrsempfang der Friedberger CDU am Freitagabend im voll besetzten Stadthallensaal.

Dass die THM weit mehr als nur eine „Ingenieurschule“ ist,  wurde schon beim Sektempfang im Foyer deutlich. Da fuhr ein Kamera gestütztes Modell eines Autos im Maßstab 1:10 autonom über einen kleinen Kurs. „Das ist das Auto der Zukunft, es ist kameragesteuert und weiß von alleine, wo es hinfahren muss“, erklärte Student Florian Fischer, der zusammen mit Arkadi Bahnmann und Florian von Zabiensky im Studiengang von Prof. Dr. Alexander Kuznietsov das Modell entwickelt hat.

„Die Fachhochschule hat eine enorme Bedeutung für die Entwicklung und den Wachstum der Region“ sagte Grabatin. Als Beispiel nannte er den neuen und bisher einzigartigen Studiengang „Bahningenieurwesen“. 33 Studenten haben sich dafür angemeldet. Kooperationspartner ist die Bahn AG. „Die Bahn macht in ihren Publikationen bundesweit Werbung dafür. Das ist gut für uns“, freut sich Grabatin, der die Besucher mit vielen Zahlen beeindruckte. So wussten wohl nur wenige, dass die THM mit ihren 15400 Studenten – davon genau 5585 in Friedberg - nach Köln, München und Hamburg die viertgrößte Hochschule der Republik ist.

Erstaunlich: 85 Prozent der Studenten kommen aus der Region. „Sie sind dank der hervorragenden Verkehrsanbindungen Heimschläfer“, beantwortete Grabatin die Frage, warum Studenten in der Stadt kaum zu sehen sind. Da wundert es nicht, dass 80 % der Absolventen in der Region bleiben. Mit über 600 Firmen steht die THM in Kontakt. „In diesem Netzwerk findet ein ständiger Informationsaustausch statt“ erläuterte der THM-Präsident und ergänzte: „Wir leisten einen bedeutenden Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegenzutreten“.

Für die Zukunft wünschte er sich von der Politik mehr Geld für eine bessere Forschungsstruktur. „Wir haben nur Lehrlabore und forschen trotzdem erfolgreich“, stellte er fest. Sein Fazit: Wir sind auf einem sehr guten Weg“. Zuvor hatten Bundestagsabgeordneter Oswin Veith, Landtagsabgeordneter Tobias Utter und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Hermann Hoffmann in ihren Reden das zurückliegende Jahr positiv bewertet.

„Es war erfolgreich für die Menschen, die Wirtschaft und für Deutschland“, sagte Veith, der wie alle Redner, auch auf die Anschläge in Paris und deren Folgen einging. „Wir sollten daran denken, dass Frieden, Fortschritt und Wohlstand nicht selbstverständlich sind“ sagte Utter, der die Arbeit der schwarz-grünen Koalition im ersten Jahr durchweg positiv bewertete.

Hoffmann ging kurz auf kommunalpolitische Themen, wie Kasernengelände, Altes Hallenbad und Bekämpfung der Kirschfruchtfliege in Ockstadt, ein.

 

Text mit freundlicher Genehmigung von Harald Schuchardt

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