„Den Wechsel haben wir schon vor zwei Jahren geplant“, führte Patrick Stoll in seinem Rechenschaftsbericht vor der Mitgliederversammlung des kernstädtischen Ortsverbandes in der CDU Friedberg aus, als er Bernd Fleck für das Amt des Vorsitzenden vorschlug. Mit Fleck habe man eine Person gefunden, die für dieses Amt „hervorragend geeignet“ sei. In weiten Teilen des Bevölkerung als Bezirksschornsteinfeger bekannt, habe er zukünftig viel Zeit für die Parteiarbeit, da der berufliche Ruhestand bevorstünde. „Bernd wollte vor zwei Jahren zunächst zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt werden, um langsam an die Parteiarbeit herangeführt zu werden.“, erklärte Stoll, der das Amt nach acht Jahren zur Verfügung stellte.

In der Kommunalpolitik kenne er sich als Stadtverordneter und Ortsbeiratsmitglied ohnehin bestens aus. So wurde Fleck von den Mitgliedern dann in geheimer Wahl einstimmig zum neuen Vorsitzenden bestimmt. Zum Stellvertreter wurde Volker Muras gewählt. Neuer Schriftführer ist Bastian Engelmann, der aus den Reihen der Jungen Union für eine Mitarbeit bei der CDU gewonnen werden konnte. Der neue Vorstand wird komplettiert durch fünf Beisitzer: Torsten Bietz, Okan Cümbüs, Rebecca Riesener, Patrick Stoll und Bernd Wagner, der kürzlich der CDU beigetreten ist.

Zuvor blickten Stoll und Fleck in ihren Rechenschaftsberichten auf eine ereignisreiche Legislaturperiode zurück, der eine als scheidender Vorsitzender, der andere als CDU-Sprecher im kernstädtischen Ortsbeirat. Besonders in den letzten Wahlkampf habe man sich erfolgreich engagiert. So habe der Ortsverband mit den beiden Kandidaten Tobias Utter und Oswin Veith die Fa. Fresenius und andere Unternehmen besucht, sei mit ihnen über Kaiserstraße und Herbstmarkt flaniert und dabei mit der Bevölkerung ins Gespräch gekommen. „Unsere Mühen haben sich gelohnt.“, erklärt Stoll, „wir haben die Wahlen in Friedberg gewonnen. Unsere Kandidaten haben die Direktmandate gezogen.“

Auch mit dem Thema Integration habe man sich eingehend befasst. So erinnerte Stoll an den Besuch beim Deutschen Roten Kreuz im Januar, bei dem es in erster Linie um die dort angebotene Migrantenberatung ging. Fleck wies in diesem Zusammenhang auf das Problemfeld Altstadt hin. Hier erlebe man in Form von „Massenunterkünften“, in denen Arbeitsmigranten „zusammengepfercht“ seien, dass die europäische Integration auch zukünftig eine große Herausforderung für die Kommunen sein werde. „Die Politik muss Wege finden, wie einer Ghettoisierung der östlich Altstadt entgegengewirkt werden kann.“, erklärt Fleck. Auch die neue Ortsvorsteherin Evelyn Weiss (SPD) habe sich anfangs dieses Themas angenommen. Doch leider sei ihr Engagement schnell verflogen. So habe seit Ostern keine Ortsbeiratssitzung mehr stattgefunden. „Vor den Wahlen wollte sich die SPD unangenehmen Themen wohl nicht stellen.“, vermutet Fleck.

Die weitere Stadtentwicklung war ebenfalls Gegenstand der Berichte. Stoll verwies auf den Infostand, den der Ortsverband erst kürzlich am Steinernen Kreuz veranstaltet hatte. „Die Erweiterungsflächen am Steinernen Kreuz sind schon bald erschöpft. Eine weitere Entwicklung von Wohngebieten in der Kernstadt findet danach auf dem Kasernengelände statt.“, führt Stoll aus, der dabei darauf hinwies, dass dieses Gelände heterogen entwickelt werden müsse. Friedberg benötige als wachsende Stadt auch weiterhin Baugebiete für Einzelhäuser.

Die Zukunft der Kaiserstraße als Einkaufsstraße sei schließlich ein Thema, mit dem sich auch der künftige Vorstand befassen müsse. Mit den Eigentümern und den Gewerbetreibenden müssten  „Auswege aus dem Teufelskreis von Angebotsverflachung und ausbleibenden Kunden“ gefunden werden.

Als besorgniserregend bezeichnete Stoll die Mitgliederentwicklung. So könne sich der Ortsverband zwar über neue Mitglieder freuen – hier sei vor allem eine mittlerweile wieder sehr aktive Junge Union zu loben -, unter dem Strich habe die CDU aber weniger Mitglieder als vor zwei Jahren noch. Dies habe seine Ursache in der Altersstruktur der Mitglieder. Die CDU sei insgesamt aufgerufen, um neue Mitglieder zu werben.

In seinem Schlusswort erklärte Fleck, dass er sich auf die Arbeit als neuer Vorsitzender freue. Er dankte Stoll für die geleistete Arbeit und versprach, den CDU-Ortsverband um neue Ideen zu bereichern.

v.l.n.r.: Bernd Fleck, Bernd Wagner, Torsten Bietz, Patrick Stoll, Rebecca Riesener, Volker Muras, Olaf Beisel, Okan Cümbüs und Bastian Engelmann

v.l.n.r.: Bernd Fleck, Bernd Wagner, Torsten Bietz, Patrick Stoll, Rebecca Riesener, Volker Muras, Olaf Beisel, Okan Cümbüs und Bastian Engelmann

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