Der Vorsitzende der CDU Fraktion in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung Olaf Beisel weist in einer Pressemitteilung die Angriffe von Bürgermeister Keller gegen Dr. Hermann Hoffmann und die Friedberger CDU entschieden zurück. Keller hatte die Forderung an die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft, sich Wohnungsbelegungsrechte bei einer möglichen Veräußerung von Grundstücken an die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG vorzubehalten, als „menschenverachtend“ bezeichnet.

„Der Bürgermeister sollte die berechtigten Einwände der CDU nicht in einer derart unsachlichen Art und Weise abkanzeln. Hermann Hoffmann hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass es der Stadt und ihrer Wohnungsbaugesellschaft darauf ankommen muss, den in Friedberg bestehenden Bedarf an gefördertem Wohnraum zu bedienen.“, erklärt Beisel. Jüngst hatte auch der Mieterbund darauf hingewiesen, dass die Liste der Wohnungssuchenden, insbesondere derer, die größere Wohnungen ab 80 Quadratmeter suchten, bei der Friedberger Wohnungsbaugesellschaft lang sei.

„Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft auch das Belegungsrecht für die in der Housing Area zu errichtenden Sozialwohnungen erhält.“, so Beisel weiter. Denn behielte sich die Wohnungsbaugesellschaft ein Belegungsrecht bei der Veräußerung an die ABG nicht vor, könne sie den Bewerbern auch keine entsprechenden Wohnungen anbieten. Dies liege dann allein in der Hand der Frankfurter ABG, die nach den Plänen von Oberbürgermeister Feldmann sozialen Wohnungsbau für Frankfurter Wohnungssuchende im Umland plant.

Hierauf hinzuweisen sei nicht unsozial, sondern schlicht erforderlich, um an die Bedürfnisse der Friedberger Bevölkerung zu erinnern. „Wir finden es auch bedauerlich, dass wir den Bürgermeister daran erinnern müssen, die Friedberger Interessen nicht aus den Augen zu verlieren“, erklärt Beisel für die CDU-Fraktion, „aber Hermann Hoffmann hat natürlich absolut Recht, wenn er fordert, dass Frankfurt seine Probleme nicht auf dem Rücken der Umland-Kommunen lösen darf.“ Damit würden auch nicht – wie Keller meint – „Ängste und Sozialneid“ geschürt. Die reputationsschädigenden Anfeindungen des Bürgermeisters seien in einer sachlichen Debatte völlig deplaziert.

Dass sich Keller in seiner Erwiderung auf Hoffmanns Presseerklärung ausgerechnet mit dem Bruchenbrückener Neubaugebiet als weitsichtiger Stadtplaner brüste, habe in den Reihen der CDU zu Amüsement geführt und wird in den Augen der Bewohner des Neubaugebiets als schallende Ohrfeige empfunden. Keller beschreibt in seinem Bericht „die Informatikerin“, die gerne in dem Neubaugebiet wohne, ohne zu erklären, wie diese Informatikerin denn ohne ein schnelles Internet auskommen soll. „Keller und die SPD zeigen keinen Einsatz dafür, dass die Bewohner dieses Neubaugebiets einen kabelgebundenen, schnellen Zugang zum Internet erhalten.“, kritisiert Beisel. Eine weitsichtige Stadtentwicklungspolitik sehe anders aus.

Dass sich die „SPD unter Keller“ schon längst vom Thema Stadtentwicklung verabschiedet habe, werde auch dadurch deutlich, dass sie zusammen mit den Grünen den Konversionsausschuss nach der Kommunalwahl 2011 abgeschafft hat, der die Entwicklung der Kreisstadt auf dem 74 Hektar großen Gelände der Ray Barracks zum Gegenstand hatte. Der nach dem Willen von Rot-Grün nun zuständige Bauausschuss indes hat sich mit der Konversion in den letzten zwei Jahren noch nicht auseinandergesetzt.

Von diesem Versäumnis könne der Bürgermeister weder durch persönliche Angriffe auf den CDU-Vorsitzenden noch durch eigenmächtigen Aktionismus, wie etwa der Unterstützung der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG, ablenken.

„Wir streben eine vielfältige Bebauung der Ray Barracks an.“, erläutert Beisel die Vorstellung der CDU Fraktion, „wir benötigen dabei ausreichend Raum für sozialen Wohnungsbau, um den Friedberger Bedürfnissen gerecht zu werden.“ Daneben solle ausreichend Raum für den frei finanzierten Wohnungsbau, öffentliche Erholungsflächen sowie die Ansiedlung von Handel und Gewerbe geschaffen werden. Nur eine heterogene Entwicklung der Erweiterungsflächen im Süden der Stadt könne den Anforderungen an eine zukunftsträchtige Stadtentwicklung genügen.

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