(pfa) Zehn Friedberger CDU Vorstands- und Fraktionsmitglieder, mit Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, dem Ersten Stadtrat Peter Ziebarth und dem Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Hermann Hoffmann an der Spitze, informierten sich bei Anwohnern und Gewerbetreibenden über die Lage in der Friedberger Altstadt.

Dabei wurden zunächst alt bekannte Missstände aufgezeigt. So komme es vor allem im Bereich des Fünffingerecks nach wie vor zu nächtlichen Ruhestörungen durch Betrunkene, manch Pkw-Führer fühle sich nicht an das Verbot, die östliche Altstadt zu befahren, gebunden. Das Problem habe sich auch durch die Errichtung weiterer Poller in einzelnen Gassen nicht erledigt. Es bedürfe nach wie vor eines starken Kontrolldrucks. Ziebarth erklärte hierzu, dass die Stadt hiermit Probleme habe, da mehrere Stellen im Ordnungsamt unbesetzt seien.

Es gebe aber auch neue Probleme. So wiesen Anwohner darauf hin, dass in verschiedenen Häusern einzelne Zimmer gleich an mehrere Bewohner vermietet seien. Die Mieter kämen vor allem aus Bulgarien und Rumänien und blieben zumeist nur vorübergehend in Deutschland, etwa als Saisonarbeiter oder am Bau Beschäftigte. Den CDU Vertretern wurden Häuser gezeigt, an deren Eingängen dutzende Namensschilder hingen. Es wurde die Frage laut, wie auf derart beengtem Raum überhaupt eine menschenwürdige Unterbringung möglich sei.

Der kürzlich in der Altstadt am Fünffingerplatz eingerichtete Fünffingertreff helfe hier nicht. Quartiersmanagerin Sabine Schäfer mache zwar viele Angebote wie Nachbarschaftstreffen, Runde Tische und Sprachkurse, die eigentlichen Adressaten der Angebote würden aber nicht erreicht. „Wir treffen uns hier regelmäßig, aber viele Bewohner der Altstadt wollen sich hier auf Dauer nicht integrieren“, so die Meinung der Anwohner.

Die CDU Friedberg sieht gerade in der östlichen Altstadt dringenden Handlungsbedarf. „In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag werden wir die Besetzung zweier offener Stellen im Ordnungsamt beantragen.“, kündigt Hollender an. Damit sollen auch verstärkte Kontrollen in der östlichen Altstadt ermöglicht werden. Auch das Thema einer beengten Unterbringung von Arbeitsmigranten wolle man aufgreifen. „Der deutsche Städtetag hat auf besondere Probleme der Arbeits- und Armutsmigration insbesondere aus Bulgarien und Rumänien hingewiesen. Die Stadt muss prüfen, inwieweit auch Friedberg davon betroffen ist.“, erklärt Hoffmann. Zu prüfen sei gegebenenfalls auch, ob in der Altstadt konzessionspflichtiges Beherbergungsgewerbe betrieben werde."

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