(har) Um die Umgestaltung der Kaiserstraße ging es beim 4. Stadtgespräch der kreisstädtischen CDU am Montagabend in der Stadthalle. Dabei dominierte erwartungsgemäß die Kritik an der rot-grünen Koalition und deren beschlossenen Planungsentwurf. Der Abend war vielmehr eine Bestätigung der bekannten Argumente des „Friedberg Forum“ und der CDU. Gleichzeitig erklärten sowohl CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Hermann Hoffmann und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, die beide den Abend moderierten, als auch die fünf Teilnehmer auf dem Podium, mehrmals ihre Bereitschaft, weitere Gespräche mit der Stadt und der rot-grünen Mehrheit zu führen.

Dies machten Jochen Ruths (Einzelhandelsverband), Claudia Claussen(Friedberg hat’s), Jürgen Schäfer (Stadtmarketing), Bernd Ullrich (Stadtmarketing - Verkehrsverein) und Friedrich Wilhelm Durchdewald(Gewerbeverein) immer wieder deutlich. Alle fünf sind im „Friedberg Forum“ aktiv und dessen Kaiserstraßenmodell wurde ebenso gezeigt, wie das vom Forum angefertigte Modell des Elvis-Presley-Platzes nach den jetzt beschlossenen Plänen.

„Das Thema Kaiserstraße hat zeitlich gesehen eine langfristige Wirkung und wir wollen heute den Zwischenstand der politischen Entscheidung abfragen“, erklärte Hoffmann zu Beginn des Abends und ergänzte. „Wir wollen keinen Monolog, sondern suchen den Dialog.“

Letzteres fand in den folgenden zwei Stunden auch statt, woran sich viele Besucher beteiligten. Die von Hollender gestellte Frage, ob „die Linie schon fest gelegt ist oder die Gestaltung des Elvis-Presley-Platzes (des 1. Bauabschnitts, die Red.) noch beeinflusst werden kann“, wurde überaus skeptisch beantwortet.

Die von Bürgermeister Michael Keller durchgeführte Informationsveranstaltung mit den Wirten, Bäckern, und Metzgern(Die WZ berichtete) wurde mehrfach als „Alibi-Veranstaltung“ bezeichnet. „Und das wird auch weiterhin der Fall sein“, war sich Durchdewald sicher. „Unser Modell ist viel besser als das der Stadt“ erklärte Schäfer, und Durchdewald erläuterte, dass sich an der Online-Abstimmung bisher knapp 2000 Personen beteiligt haben.

„Nur drei stimmten nicht für unser Modell und aktuell rund 1000 Unterschriften wurden in den Geschäften für unseren Entwurf bereits gesammelt.“ Daran könne die Stadt nicht vorbei gehen, meinte Hoffmann und erinnerte an den Magistratsbeschluss zur Schließung des Ockstädter Schwimmbads, der nach heftigen Protesten rückgängig gemacht worden war.

„Das ist auch unsere Chance“ meinte Bernd Ulrich, der ergänzte: „Wir wollen doch keine Konfrontation, sondern Konversation“. Trotzdem herrschte durchweg die Meinung, dass angesichts des Zeitdrucks, kaum mehr Änderungen an der Planung, zumindest im Bereich des Elvis-Platzes, möglich sind.

„Die Zuschüsse des Landes müssen bis Ende 2013 abgerufen werden“ erklärte CDU-Fraktionschef Olaf Beisel, der ebenso unter den Besuchern saß, wie Stadtrat Olaf Osten, der bei der Elvis-Platz-Diskussion daran erinnerte, dass „wir hier von 4000 Quadratmetern zwischen dem ehemaligen Breitenfelder bis hin zum DM-Markt reden“.

Es wurde aus dem Publikum gefordert, deutlicher darzustellen, dass es sich bei dem ersten Bauabschnitt eben nicht nur um den jetzigen Platz vor dem Kaufhaus Joh handelt.

Verwundert zeigten sich alle auf dem Podium und im Auditorium über die Ankündigung Kellers in der WZ, dass die Wolfengasse mit in die Planung einbezogen und für den Autoverkehr geschlossen werden soll. Grundsätzlich könne man darüber reden, doch „dann müsste das Verkehrskonzept der Altstadt komplett ungeschrieben werden“, so Durchdewald.

Scharf kritisierte dieser auch das Verkehrskonzept im von rot-grün beschlossenen Plan: „Wie haben in unserem Modell versucht, den Verkehr einzubremsen, das geschieht nun überhaupt nicht“, erklärte Durchdewald, der ebenso wie alle anderen Redner bemängelte, dass kaum Vorschläge aus der Bürgerversammlung und aus den Reihen des Friedberg-Forums in den nun gültigen Plan übernommen wurden.

„Wir resignieren trotzdem nicht“ erklärte Schäfer. Hollender wies darauf hin, dass die Stadt eine Art „Masterplan“ für die Zukunftsplanung benötige und die Kaiserstraße nicht isoliert betrachtete werden dürfe. So nannte er den Burgbereich, den Bahnhof oder das Konversationsgelände, also den ehemaligen Kasernenbereich. „Wir brauchen eine Zukunftswerkstatt mit Bürgern und Politikern“ ergänzte Ulrich, denn „Friedberg habe für die Zukunft nicht viel zu bieten“.

Jochen Ruths wies daraufhin, dass das veränderte Kaufverhalten des Bürgers in die langfristigen Planungen mit berücksichtigt werden müsse, während Claudia Claussen bemängelte, „dass uns die Stadt bei unseren Veranstaltungen bei weitem nicht so unterstützt, wie wir uns das wünschen, aber dann das Lob der Gäste gerne entgegen nimmt.“

Mit einem Appell, frei von jedem ideologischen Zwang, miteinander zu reden und Kompromisse zu finden, beendete Hoffmann nach gut zwei Stunden das 4. Stadtgespräch der CDU.

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