(liz) Zu einer interessanten und informativen Ortsbegehung entlang der Wetter starteten unlängst Mitglieder des CDU-Ortsverbands Ossenheim. In Begleitung von Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und dem für die Unterhaltung der Wetter zuständigen Verbandsingenieur Manfred Tunkowski vom Wasserverband Nidda, wurden die Mitglieder aus fachkundiger Hand über den Pflegezustand der Wetter in der Gemarkung Ossenheim informiert.

Begonnen hatte alles mit der Kritik von Ossenheimer Bürgern, die sich über den aus ihrer Sicht ungepflegten Zustand des Flusses und seiner Ufer beklagten. Von daher lag es für den Ortsverbandsvorsitzenden Frank Litzinger nahe, sich zusammen mit Vorstandsmitgliedern im Rahmen einer Ortsbegehung ein umfassendes Bild über eventuell notwendige Pflegemaßnahmen zu machen. Ausgangspunkt der Exkursion war die Wetterbrücke am Ortseingang, von der aus man einen guten Blick auf einen unbeschatteten und dadurch mit Gräsern durchsetzten Teil des Flusses hatte. Im weiteren Verlauf des Ufers zeigte sich dann ein starker Bewuchs mit Brennnesseln und verschiedenen Gehölzen, der auch mehrere Arten von Totholz (zum Beispiel abgestorbene Baumstämme) umfasste. Hierzu informierte Dipl.-Ing. Manfred Tunkowski, dass dieser Bewuchs für ein frei fließendes Gewässer wie die Wetter normal sei und gerade die Beschattung dem durch die Überdüngung des Flusses entstehenden Krautbewuchs im Gewässer entgegenwirke. Auch das zum Teil in den Fluss ragende Totholz am Ufer ist normaler Bestandteil von Gewässern und vorteilhaft für die Gewässerstruktur: hier können sich Kleinstorganismen bilden, die die Lebensvielfalt im schnell und langsam fließenden Wasser erhöhen. Erfahren konnten die Teilnehmer auch, dass die Bildung eines Gehölzsaums erwünscht ist, der sich allerdings nur dann gut entwickeln kann, wenn er nicht zu oft im ufernahen Bereich von den Landwirten abgemäht wird.

Im Bereich des ehemaligen Wehres informierte Manfred Tunkowski über die geltende EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der die Durchgängigkeit von Fließgewässern gewährleistet sein muss, so dass die Errichtung eines Wehres heute fast nicht mehr möglich ist. Zur Planung von Pflegemaßnahmen erfolgt etwa alle 3 bis 4 Jahre eine Begutachtung vor Ort, die erkennen lässt, welche Gehölze zurückgeschnitten werden müssen. Überrascht zeigten sich die Ossenheimer CDU-Vertreter von der Information, dass gerade auch zum Schutz von Fischen die im Oberlauf der Wetter im Wasser liegenden Baumstämme unbedenklich sind, solange das Wasser weiter fließen kann und keine Abfälle dauerhaft hängen bleiben. Dies gilt auch für Bäume, die sich bereits stark geneigt haben und in Kürze in den Fluss stürzen könnten: hier wird erst bei einer akut drohenden Gefahr gehandelt. Für alle Teilnehmer wurde deutlich, dass sich die Bewertung und Betrachtung von frei fließenden Gewässern im Laufe der Zeit deutlich geändert hat und hier wohl auch so mancher Mitbürger umdenken muss.

Zum Abschluss einer hochinteressanten Ortsbegehung bedankte sich Litzinger bei Dipl.-Ing. Tunkowski für die wertvollen Informationen und sprach auch Hendrik Hollender für die Kontaktaufnahme mit dem Wasserverband Nidda seinen Dank aus.

Recherche vor Ort, v.l.n.r.: Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Ursula Borchardt, CDU Ortsverbandsvorsitzender Frank Litzinger, Manfred Tunkowski

Recherche vor Ort, v.l.n.r.: Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Ursula Borchardt, CDU Ortsverbandsvorsitzender Frank Litzinger, Manfred Tunkowski

« Oswin Veith zu Besuch beim Sommerfest der CDU Ockstadt CDU schlägt Peter Ziebarth vor »