(sto) Die Katze ist aus dem Sack! Alle Beteuerungen des Bürgermeisters und der rot-grünen Koalition, man setze sich für eine Öffnung des Ockstädter Quellwasserschwimmbads im laufenden Jahr ein, waren Lippenbekenntnisse und zur Täuschung der Bürger angelegt. Der Magistrat hat in seiner Sitzung vom vergangenen Donnerstag in seiner rot-grünen Mehrheit  beschlossen, das Schwimmbad Ockstadt in dieser Saison nicht zu eröffnen. Die Bürger sind schockiert. Es wird befürchtet, dass mit dieser Entscheidung das Ende des Ockstädter Schwimmbads besiegelt ist.

Seit Dezember letzten Jahres übt sich Bürgermeister Keller in einer Salamitaktik gegenüber dem Förderverein. Kaum dass eine Forderung seitens der rot-grünen Koalitionspolitiker und Kellers formuliert und von dem Förderverein erfüllt wurde, tauchte die nächste auf. Um konstruktive Lösungen hat sich nur der Förderverein bemüht. Die Rollen in diesem Spiel waren klar verteilt. Es ging um Verhinderung des Badebetriebes und ein Spiel auf Zeit.

In der letzten Sitzung des Stadtparlaments zeichnete sich die Linie der Koalition noch deutlicher ab. Mit ihrer Mehrheit schob sie den Antrag der CDU und ihres Fraktionschefs Olaf Beisel für eine Schwimmbaderhaltung auf die lange Bank und verwies ihn in den Ausschuss. Damit war im Grunde schon klar, dass Rot-Grün nicht hinter dem Ockstädter Schwimmbad steht, forderte der Antrag doch lediglich, sich für eine Eröffnung einzusetzen. Ein solcher Einsatz war von Keller und der Koalition offenbar niemals beabsichtigt.

„Dem Freibad soll durch die Koalition und Bürgermeister Keller endgültig das Wasser abgelassen werden", so Dr. Hermann Hoffmann, der Vorsitzender des CDU Stadtverbandes. Dass das Ockstädter Schwimmbad jedenfalls für die SPD schon seit längerem ein Dorn im Auge ist, lässt sich bis in das Jahr 1976 zurückverfolgen, als der damalige SPD Stadtverordnete Stürz ganz offen den Betrieb des Freibades in Frage gestellt hat. In der Folge sind die Angriffe der Sozialdemokraten und ihrer Verbündeten auf das Schwimmbad subtiler geworden. Hinweise auf zu hohe Investitionen für ein Edelstahlbecken, eine Chloranlage oder zuletzt einen angeblich nicht vorhandenen Versicherungsschutz setzten die Reihe der Versuche fort,  die nur ein Ziel hatten: die Schließung des Ockstädter Quellwasserschwimmbads.

„Nachdem nun zum Leidwesen von Rot-Grün seitens der Versicherung grünes Licht für die erforderlichen Reinigungs- und Malerarbeiten gegeben wurde, hat sich Rot-Grün nicht entblödet, sich hinter einer vorgeblichen persönlichen, strafrechtlichen Verantwortung zu verstecken,“, äußert Hoffmann die Einschätzung der CDU. Es sei klar, dass auch dieses Argument nur ein vorgeschobenes ist, hätten doch alle Sachverständigen beteuert, dass eine Einsturzgefahr im befüllten Zustand des Beckens ausgeschlossen werden kann. Dass die angebliche strafrechtliche Verantwortung der Stadträte mit einem Vergleich der Situation in Ockstadt mit dem Unglück auf der Loveparade in Duisburg begründet wurde, bezeichnet Hoffmann als „unerträglich und geschmacklos“. Dämlicher könne man diese schrecklichen Ereignisse nicht für sich instrumentalisieren und missbrauchen. „Dieser Vergleich ist eine Verhöhnung der Todesopfer der Loveparade!“, so Hoffmann. Man erinnere sich, damals ging es um die überstürzte Flucht von Menschenmassen durch einen engen Tunnel. In Ockstadt wäre es schlicht um die Absicherung der Malerarbeiten, vor der Eröffnung gegangen.

Die rot-grüne Koalition hat sich damit ohne eine sachliche Begründung über den Wusch vieler Bürger hinweggesetzt, die sich – wie noch am Montag beim Stadtgespräch der CDU im Bürgerhaus Ockstadt erkennbar war - für den Badebetrieb ausgesprochen haben. „Entrückter kann eine rot-grüne Mehrheit ihre Macht fernab jeder Bürgernähe nicht demonstrieren.“, so Hoffmann abschließend.

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