(sto) Bei ihrer turnusmäßigen Mitgliederversammlung hatten die Mitglieder des kernstädtischen Ortsverbandes der Friedberger CDU einen neuen Vorstand zu wählen.  Dabei wurde der vierzigjährige Rechtsanwalt Patrick Stoll einstimmig im Amt bestätigt. Als neuen Stellvertreter wählten die Mitglieder den Bezirksschornsteinfegermeister Bernd Fleck, Schriftführer bleibt Torsten Bietz. Okan Cümbüs, Volker Muras, Laura Schräbler und Rebecca Riesener komplettieren den Vorstand als Beisitzer.

Im Rahmen der Aussprache über den Bericht des Vorsitzenden wurde über Wege diskutiert, die Mitglieder stärker in Entscheidungsprozesse der Partei einzubinden. So wurde unter Bezug auf die Energiewende und die Bundeswehrreform gefordert, der Parteibasis bei der Neuausrichtung politischer Forderungen mehr Gehör zu schenken. Einigkeit bestand aber dahin gehend, dass die Modernisierung der CDU erfolgreich verlaufe, da sich jede Neuorientierung an den traditionellen Werten der marktwirtschaftlichen Vernunft, der Möglichkeit einer freien Entfaltung des Einzelnen in der Gesellschaft und der christlichen Sozialverantwortung messen lassen müsse.

Auch über die Neupositionierung der CDU in der Friedberger Stadtpolitik fand eine rege Diskussion statt. Dabei wurde die rotgrüne Koalition kritisiert. Diese habe sich neben unklaren Zielen (z.B. die beispielhafte Entwicklung eines städtischen Quartiers hinsichtlich der Ziele Energieeinsparung und CO2 Reduzierung) vor allem die Versorgung der eigenen Klientel auf die Fahnen geschrieben. So soll eine neue mit 47.000 EUR dotierte Haushaltsstelle geschaffen werden, um laut Koalitionsvertrag in der Altstadt ein Quartiermanagement einzurichten, das sich der „Zusammenführung all derer widmen soll, die an einer funktionierenden Nachbarschaft interessiert sind“.

Stoll bezeichnete diese Planung als „Irrweg“. Man habe mit verschiedenen Bewohnern der Altstadt gesprochen, die allesamt die rotgrünen Pläne ablehnen. Tagsüber gebe es keine Probleme in der Altstadt, die einem Quartiermanager zugänglich wären. Einzig nachts, wenn der Quartiermanager Feierabend haben dürfte, wünschte man sich von einzelnen Besuchern der Altstadt ein „größeres Interesse an einer funktionierenden Nachbarschaft“. Als problematisch werden Fälle nächtlicher Ruhestörung sowie allgemein eine mangelnde Attraktivität des Viertels für zugkräftige Handwerks- oder Einzelhandelsbetriebe gesehen. „Die sozialromantischen Vorstellungen von Rotgrün sind nicht geeignet, die bestehenden Probleme zu lösen“, äußerte Stoll in diesem Zusammenhang.

Die rotgrünen Pläne seien aber auch haushaltspolitisch ein verheerendes Signal für Friedberg. In Zeiten unsicheren Steueraufkommens sei es geradezu fahrlässig, öffentliche Haushalte aufzublähen und neue Haushaltsstellen zu kreieren, die mutmaßlich nur den eigenen Leuten dienen. „Die CDU wird alles unternehmen, um eine Rückkehr zu haushaltspolitischer Vernunft zu ermöglichen“, so Stoll abschließend.

(von links nach rechts): Okan Cümbüs, Volker Muras, Rebecca Riesener, Laura Schräbler, Patrick Stoll, Norbert Simmer (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat), Torsten M. Bietz, Olaf Beisel (Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung), Dr. Hermann Hoffmann (Vorsitzender des Stadtverbandes). Nicht im Bild: der neue stellvertretende Vorsitzende Bernd Fleck.

(von links nach rechts): Okan Cümbüs, Volker Muras, Rebecca Riesener, Laura Schräbler, Patrick Stoll, Norbert Simmer (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat), Torsten M. Bietz, Olaf Beisel (Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung), Dr. Hermann Hoffmann (Vorsitzender des Stadtverbandes). Nicht im Bild: der neue stellvertretende Vorsitzende Bernd Fleck.

« Dr. Hermann Hoffmann löst Olaf Beisel ab Junge Union Friedberg wählt neuen Vorstand: Riesener übernimmt Vorsitz »