(mur) In der bis zum letzten Platz gefüllten Gaststätte „Hüttchen“ fand am Donnerstag vergangener Woche die reguläre Mitgliederversammlung der CDU Friedberg statt. Dabei stand die Neuwahl des Vorstandes im Vordergrund. Die Sitzung wurde vom stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Mario Beck (Karben) geleitet. Zu Beginn der Sitzung galt es, Mitgliederehrungen durchzuführen. Reiner Veith (Dorheim), Dr. Hermann Hoffmann (Bruchenbrücken) und Dieter Olthoff (Dorheim) wurden für 25 jährige, treue Mitgliedschaft ausgezeichnet. Die Geehrten erhielten je ein Präsent sowie ein von der Bundesvorsitzenden Dr. Angela Merkel unterzeichnetes Gratulationsschreiben.

Nach sieben Jahren im Amt des Vorsitzenden verzichtete Olaf Beisel auf eine erneute Kandidatur. Beisel erklärte, er wolle sich voll auf das Amt des Fraktionschefs konzentrieren. Auch wenn die Arbeit an der Spitze der CDU Friedberg viel Freude bereitet habe, dürften Beruf und Familienleben nicht unter einer Doppelbelastung als Fraktions- und Parteichef leiden. „Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollten beide Ämter ohnehin in unterschiedlichen Händen liegen“, so der scheidende Vorsitzende.

In seinem Rechenschaftsbericht ging Beisel auf das vergangene Jahr ein, in dem natürlich die Kommunalwahl im März der Höhepunkt war. Trotz erfolgreicher Planung und vieler Wochen harter Arbeit, für die er sich bei allen Mitstreitern herzlich bedankte, sei am Ende das Ergebnis nur als befriedigend zu bewerten. Zwar sei es der CDU erneut gelungen, stärkste Partei in Friedberg zu werden, dennoch sei der Verlust zweier Mandate in der Stadtverordnetenversammlung zu beklagen. Das mäßige Abschneiden bei der Kommunalwahl habe auch etwas mit dem Störfall im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima zu tun, von dem nur die Grünen profitieren konnten. An den Wahlkampfständen sei es nach Fukushima kaum noch möglich gewesen, den Bürger über die kommunalpolitischen Ziele und Vorstellungen der CDU zu informieren. Der Umbau der Kaiserstraße und eine von der SPD angestrebte Straßenbeitragssatzung seien in Anbetracht der Frage, ob man Atomkraftwerke sofort oder später abschalten müsse, zur reinen Nebensache geworden, so Beisel.

Die auf die Kommunalwahl folgenden Sondierungsgespräche führten dann zu der rotgrünen Parlamentsmehrheit in Friedberg.. Dies sei deshalb besonders bedauerlich, da man in der Vergangenheit sehr gut mit den Grünen zusammengearbeitet habe. Internen Vorgaben aus den jeweiligen Landesführungen folgend hätten sich aber sowohl Grüne als auch Sozialdemokraten frühzeitig gegen eine Koalition mit der CDU entschieden. Beisel erläuterte auch die Beweggründe für die Entscheidung der Friedberger CDU, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken. Der Vorstand habe es sich an dieser Stelle nicht leicht gemacht und es sei auch ein zähes Ringen gewesen. Schließlich sei die Entscheidung im Vorstand aber einstimmig für den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten gefallen.

Nach den Rechenschaftsberichten des scheidenden Vorstands wurde zur Neuwahl des Vorstands aufgerufen. Der 57 jährige Wirtschaftsingenieur Dr. Hermann Hoffmann kandidierte für das Amt des Vorsitzenden. In seiner Vorstellungsrede stellte er heraus, wie wichtig die inneren Werte der CDU seien, ihr christliches und soziales, ihr demokratisches und marktwirtschaftliches Profil. „Diese Werte“, so Hoffmann, „müssen auch in Friedberg wieder zum Leitbild des politischen Handelns werden.“. Dr. Hoffmann hält es dabei für sehr wichtig, dass möglichst viele Mitglieder am politischen Meinungsbildungsprozess beteiligt werden. Er werde sich mit ganzer Kraft dem Amt widmen und im Zusammenspiel mit Fraktion und Vorstand die Weichen für die zukünftige CDU-Politik in Friedberg stellen.

Mit eindrucksvollen 96 % aller Stimmen wurde der Bruchenbrückener Dr. Hoffmann schließlich gewählt. Als seine Stellvertreter wurden Christina Bohl (Ockstadt) und Patrick Stoll (Kernstadt), als Schriftführer wurde Volker Muras (Kernstadt) sowie als Schatzmeister erneut Dieter Olthoff (Dorheim) gewählt. Den Vorstand komplettieren die Beisitzer Dirk Antkowiak (Dorheim), Gudrun Dietrich (Bruchenbrücken), Hendrik Hollender (Kernstadt), Frank Litzinger (Ossenheim), Günther Weil (Ockstadt) und Sybille Wodarz-Frank (Kernstadt).

Nachdem auch die Delegierten für den Kreisparteitag und den Kreisverbandsausschuss gewählt wurden, schloss Mario Beck die Wahlhandlungen, nicht ohne vom neuen Vorsitzenden noch ein Präsent entgegen zu nehmen. Mit den besten Wünschen, nicht nur für den Heimweg, schloss Dr. Hoffmann die Mitgliederversammlung.

Olaf Beisel (rechts) übergibt den Vorsitz des Stadtverbands an Dr. Hermann Hoffmann (links)

Olaf Beisel (rechts) übergibt den Vorsitz des Stadtverbands an Dr. Hermann Hoffmann (links).

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