(sto) Der Ockstädter Ortsbeirat hat in seiner jüngsten Sitzung vom 4. März  die Vorlage des Magistrats zur Wasserversorgung des Golfplatzes Ockstadt behandelt und dabei auch verschiedene Bedenken aus der Bevölkerung thematisiert. Der Magistrat schlägt vor, eine Beregnung des Golfplatzes mit Wasser der OVAG künftig zu erlauben. Es habe sich zwischenzeitlich herausgestellt, dass das ursprüngliche Wasserversorgungskonzept, das ausschließlich auf die Nutzung von Oberflächenwasser setzt, ungenügend ist. Gerade in den heißen Sommermonaten der vergangenen Jahre ist es immer wieder zu einem weitgehenden Austrocknen des Platzes gekommen, was einen negativen Einfluss auf die Bespielbarkeit sowie die vorhandene Vegetation habe. In der Ockstädter Bevölkerung herrschen Vorbehalte gegen die Pläne des Magistrats, die in der Anhörung des Ortsbeirates deutlich wurden. Die CDU Fraktion hat sich mit den Bedenken auseinandergesetzt und sieht im Ergebnis keinen Grund, der Magistratsvorlage nicht zuzustimmen.

„Unser Ziel ist es, einen weiterhin erfolgreichen Betrieb des Golfplatzes zu ermöglichen“, fasst der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Patrick Stoll die Haltung der CDU zusammen. Ein erfolgreicher Betrieb des Golfplatzes sei gefährdet, wenn der Platz in den Sommermonaten über längere Phasen trocken fällt. Der Boden verdichte sich und werde zu hart. Außerdem würden die Anpflanzungen und die Tiere, die den Golfplatz als Refugium angenommen haben, durch eine länger anhaltende Trockenheit gefährdet.

„Der Golfplatz ist ein wichtiger Standortfaktor für die Ansiedlung neuer Unternehmen in Friedberg“, erläutert Stoll. Vielen Unternehmen sei die Nähe zu einem Golfplatz bei der Standortwahl wichtig. So gebe es in Friedberg bereits ein großes Unternehmen, das regelmäßig ganze Tage auf dem Golfplatz buche.

Ferner sei der Golfplatz selbst Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang müsse auch das dort angesiedelte Restaurant erwähnt werden, das sich selbst bei der nicht Golf spielenden Bevölkerung großer Beliebtheit erfreue. Die CDU wolle auch die auf dem Golfplatz entstandenen Arbeitsverhältnisse schützen.

Die Kritik aus Ockstadt, dass die Wasserversorgung des Stadtteils aus dem eigenen Brunnen gefährdet würde, hält die CDU Fraktion für nicht durchschlagend. Schließlich solle der Bedarf des Golfplatzes mit Wasser der OVAG, welches aus dem Vogelsberg stammt, gedeckt werden. Damit seien auch negative Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel ausgeschlossen. 
Die Befürchtung, dass eine Beimengung von OVAG Wasser die Qualität des Ockstädter Wassers beeinträchtige, sieht die CDU aufgrund eines von den Stadtwerken eingeholten Gutachtens als widerlegt an.

Ferner sei nicht ersichtlich, dass der Bedarf an zusätzlichem Wasser bereits beim Bau des Golfplatzes erkennbar gewesen sei. Vor der Errichtung sei vom Bauherrn ein Gutachten zur Wasserversorgung eingeholt worden, das zu dem Ergebnis kam, es läge in dem Bereich genügend Oberflächenwasser vor. Hierauf hätten sich die Gründer verlassen dürfen. 
Demgemäß sei es „nicht zielführend“, kurzfristig weiter nach alternativen Lösungsmöglichkeiten suchen zu lassen. Der Golfclub habe sich bereits vor Jahren an die Stadt gewandt und auf die Probleme bei der Wasserversorgung  hingewiesen. Der Vorschlag des Magistrats, der nun zur Abstimmung steht, sei das Ergebnis einer längeren Prüfung, bei der der Magistrat die in Betracht kommenden Möglichkeiten abgewogen habe.

Bei dem Vorschlag des Magistrats handelt es sich um eine ausgewogene Lösung, die den Interessen aller Beteiligten gerecht wird“, erklärt Stoll. Es sei schließlich auch nicht sachgerecht, nach „Krümeln aus der Vergangenheit“ zu stochern und mit Mutmaßungen zu der Frage, wer zu welchem Zeitpunkt was hätte besser wissen können, die Diskussion zu emotionalisieren. Die CDU wünscht sich, dass die weitere Diskussion ausschließlich auf Grundlage klarer Tatsachen geführt wird. Entscheidend sei der Umstand, dass der weitere Betrieb des Golfplatzes in trockenen Sommermonaten gefährdet ist, wenn eine Nutzung von Leitungswasser zur Beregnung ausgeschlossen bleibt.

Dementsprechend hat der Bauausschuss in seiner Sitzung vom 10.03.2010 die Magistratsvorlage bewilligt und empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, den Grundsatzbeschluss mitzutragen, wonach der Magistrat mit dem Golfplatzbetreiber einen Vertrag aushandeln soll, der die Nutzung von Wasser der OVAG zur Beregnung des Golfplatzes regelt. Auf Antrag der CDU hat der Bauausschuss den Magistrat aufgefordert, bis spätestens zur Sommerpause des Parlaments einen ausgehandelten Vertragsentwurf vorzulegen.

Das 4. Grün des öff. 9 Lochplatzes.

Das 4. Grün des öff. 9 Lochplatzes.

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