(bei) Wer kennt sie nicht die grün-weißen Flecken auf Fußwegen, Autos und an Hauswänden. Hinterlassenschaften unserer zur Plage gewordenen Friedberger Stadttauben. Besonders in der westlichen und östlichen Altstadt aber auch in den Randbezirken der Kernstadt sind immer mehr Tauben anzutreffen. In der Altstadt um den Fünffingerplatz herum kann man die Auswirkungen am deutlichsten sehen. Das von der Stadt Friedberg erlassene Fütterungsverbot hat zur Eindämmung der Taubenplage nicht geholfen. Schlimmer noch, aus falsch verstandener Tierliebe wird das Verbot immer wieder umgangen. Um der Plage endlich Herr zu werden, hat die CDU einen Antrag erarbeitet, der von der Koalition im Stadtparlament bei der letzten Stadtverordnetensitzung eingebracht und mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

Hier ein Auszug aus dem Antrag in der Stadtverordnetensitzung:

Um einen gesunden und verträglichen Taubenbestand in Friedberg zu erhalten, ist eine tierschutzgerechte Regulierung der Stadttaubenpopulation notwendig. Dies ist möglich durch die Einrichtung von betreuten künstlichen Nistplätzen wie Taubenschlägen.

Taubenschläge sind in Dachböden von Gebäuden, in Türme etc. integrierte, mehr oder weniger eigenständige Räume. Sie können auch in Form kleiner Gartenhäuser auf begehbaren Flachdächern aufgestellt werden.

In diesen künstlichen Nistplätzen können die Tauben beobachtet werden, kranke Tiere behandelt und eine gezielte Fütterung vorgenommen werden. Die Tiere sind dann nicht mehr darauf angewiesen sich sonst wo ihr Futter zu besorgen oder bettelnd die Straßen und Plätze zu belegen. Es kann eine Geburtenkontrolle erfolgen durch Wegnahme von Eiern, die gegen Gips- oder Plastikeier ausgetauscht werden. Die Taubenschläge müssen so groß sein, dass man sie begehen kann, um sie leicht reinigen zu können. Sie müssen dabei ausreichend hoch angebracht werden, damit die Tauben diese Verschläge problemlos anfliegen können. In einem Taubenschlag von 20 – 25 qm Bodenfläche lassen sich etwa 150 Tauben integrieren. Das wäre eine für die Friedberger Kernstadt vorerst ausreichende Größe. Der Kot der Tauben bleibt zum ganz überwiegenden Teil in diesem künstlichen Nistplatz, da sich die Tauben nicht nur die ganze Nacht, sondern auch lange Zeit des Tages im Taubenschlag aufhalten.

Durch einen solchen ‚öffentlichen’ Taubenschlag lassen sich Vergrämungsmaßnahmen an Gebäuden (Netze, Drähte, Stacheln) einsparen. Vor allem aber lassen sich Gebäudeschäden (zum Beispiel Fassade der Stadtkirche) und Schäden am Autolack vermeiden, da Taubenkot stark ätzend ist. Pro Jahr hinterlässt jede Stadttaube eine Kotmenge von (Trockengewicht!!) 2,5 Kilo.

Die Kosten für einen solchen Taubenschlag betragen bei einer Grundfläche von 20 – 25 qm für etwa 150 Tauben je nach vorhandener Räumlichkeit etwa 10.000 Euro. Für die monatliche Betreuung mit Fütterung, Austausch der Taubeneier gegen Gipseier und misten etwa 100 Euro.

Die Stadt- oder Straßentauben sind keine Wildtiere, sondern verwilderte Haustiere. Sie stammen von der Felsentaube (Columba livia) ab, die als Haustauben in Gefangenschaft gehalten wurden. Diese Tauben wurden für den Brieftaubensport gezüchtet und verwilderten.

Die CDU wird an dieser Stelle über die Umsetzung der Maßnahme berichten.

« Heringsessen in Dorheim ein voller Erfolg Die CDU steht zu ihrem Wort: Teilortsumgehung Fauerbach - Ja bitte! »