(rie) Friedberg. Die Junge Union Friedberg hat vergangenen Samstag auf dem Elvis-Presley-Platz zu ihrer ersten Umfrage unter dem Motto „Die Junge Union fragt nach - und Friedberg antwortet“ aufgerufen. Insgesamt beteiligten sich 250 Passanten und machten ihr Kreuzchen unter der Frage „Soll die Wolfengasse dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt werden?“. Als kleines Dankeschön erhielten die Teilnehmer eine frisch gebackene Waffel.

Ein Rückblick: Zu der in der Presse mehrfach geäußerten Idee des Friedberger SPD-Bürgermeisters Michael Keller, die Wolfengasse dauerhaft zu einer Fußgängerzone umzuwidmen, hatte sich die JU im Juni 2013 erstmals zu Wort gemeldet und nach einer eigens durchgeführten Verkehrszählung (Ergebnis: 350 Fahrzeuge pro Stunde) eine Verkehrsberuhigung der Wolfengasse abgelehnt. Ein Jahr später, im Juli 2014 hatte die JU erneut auf eine Pressemitteilung von Bürgermeister Keller zum Thema reagiert und kritisiert, dass der Rathauschef die Einrichtung einer Fußgängerzone als „prinzipiell machbar“ bezeichnete, die Ergebnisse des mittlerweile von städtischer Seite eingeholten Gutachtens aber nicht veröffentlichte. Grundsätzlich sei alles prinzipiell machbar, das sage aber eben nichts darüber aus, ob es auch sinnvoll ist, konterte die JU-Vorsitzende Rebecca Riesener damals.

Deutliche Kritik übte die JU damals wie heute auch an der fehlenden Bürgerbeteiligung. Es könne nicht richtig sein, dass in Friedberg vieles so gemacht werde, wie es einigen wenigen „halt in den Kram passt“. „Und weil uns eben interessiert, wie Friedberg zum Thema Wolfengasse steht, haben wir einfach mal direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern nachgefragt“, erklärte die Stellvertretende JU-Vorsitzende Jutta Scharfe.

Im Ergebnis stimmten 131 Personen (52,4 Prozent) gegen und 113 Personen (45,2 Prozent) für eine Umwidmung der Wolfengasse zu einer Fußgängerzone. 6 Personen waren bei diesem Thema unentschlossen. „Auch wenn wir nur 250 Personen befragt haben, zeigt unsere kleine Umfrage, dass keineswegs ganz Friedberg für eine Fußgängerzone in der Wolfengasse ist. Es hat sich sogar eine Mehrheit dagegen ausgesprochen. Deutlich wurde auch, dass sich viele Bürger ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept für die Kaiserstraße und andere Baustellen in Friedberg wünschen“, so der CDU-Nachwuchs.

„Wir hoffen, dass Bürgermeister Michael Keller beim Thema Wolfengasse und darüber hinaus die Meinungen der Friedberger Bürger, Einzelhändler und Vereine ernst nimmt. Es wäre verwerflich, wenn er uns Bürger einfach vor vollendetete Tatsachen stellen würde. Schließlich ist nicht immer das, was der Magistrat für das Beste hält, auch tatsächlich das Beste für Friedberg. Die gute Resonanz und freundlichen Worte haben nämlich leider auch deutlich gemacht, dass Friedbergs Bürger eines tatsächlich nicht gewöhnt sind: Nach ihrer Meinung gefragt zu werden", so die JU-Vorsitzende Riesener.

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