(rie) Dem Usa-Wellenbad statteten Mitglieder der beiden Nachbarverbände Friedberg und Bad Nauheim der Jungen Union einen Besuch ab, um sich über die aktuelle Situation sowie die Sparmaßnahmen vor Ort zu informieren. Empfangen wurde der CDU-Nachwuchs vom Bad Nauheimer Stadtrat und Vorsitzenden des Zweckverbandsvorstandes, Wolfgang Mahr.

Wie Mahr seinen Gästen erklärte, ist das den Kommunen Friedberg und Bad Nauheim jeweils zur Hälfte gehörende und in einem Zweckverband organisierte Usa-Schwimmbad mit seiner 50Meter-Bahn das einzige so genannte Sport-Bad im Wetteraukreis und zählt zu den modernsten Schwimmbadanlagen in Hessen. Jährlich zählt das Bad rund 350.000 Besucher, von denen etwa 80.000 in den Sommermonaten das Freibad nutzen. Für viele Vereine ist das Schwimmbad nicht nur Trainingsort, sondern auch zweites Zuhause geworden. Eine gute Zusammenarbeit mit diesen sei unerlässlich.

Auch für die finanzielle Situation des Schwimmbades und die öffentlich diskutierten Sparmaßnahmen interessierten sich die Jungpolitiker. Wie Mahr erläuterte, seien mittlerweile über eine Million Euro in Renovierungsmaßnahmen in das 1982 eröffnete Schwimmbad geflossen. Der Zuschussbedarf des Bades belaufe sich derzeit auf etwa 1,1 Millionen Euro pro Jahr, der je hälftig von Friedberg und Bad Nauheim getragen werde. Durch das Absenken der Wassertemperatur, Maßnahmen zum Wassersparen oder auch das Streichen der Frühschwimmer-Stunde versuche der Zweckverband das jährliche Defizit abzumildern. „Dass Sparmaßnahmen nicht allen gefallen und bestimmte Gruppen härter treffen als andere, das ist für diese sicher unglücklich. Eine Diskussion darüber sollte aber trotzdem stets auf einer respektvollen und sachlichen Ebene erfolgen. Das haben einige Akteure hier wohl leider vergessen“, so die beiden JU-Stadtverbandsvorsitzenden Anna Bastian und Rebecca Riesener, die den in einem Zeitungsartikel erfolgten persönlichen Angriff auf den Schwimmbad-Geschäftsführer, Roman Schramm, durch die Frühschwimmer-BI vor einigen Wochen deutlich verurteilen. Neben finanziellen Sorgen habe insbesondere das Freibad auch mit Umwelteinflüssen zu kämpfen, so sind es Nilgänse, die das Planschbecken gerne als Privatpool nutzen.

Gemeinsam mit dem im Januar 2015 eingestellten Technischen Leiter des Wellenbades, Marco Engelbrecht, durften die Jungpolitiker einen Blick hinter die Kulissen, sprich unter die Becken in die Technikräume werfen. Dort erklärte Engelbrecht die Arbeitsweise der Motoren für die Wellentechnik, die Wasseraufbereitungs- und Filteranlage sowie die Funktionsweise des absenkbaren Hubbodens, der in den Sommermonaten wieder instand gesetzt wird.

„Zwar handelt es sich bei Schwimmbädern und anderen Sportstätten - als wichtige Teile der Daseinsfürsorge der Kommunen - grundsätzlich um Zuschussbetriebe. Besonders im Hinblick auf junge und alte Menschen sollten wir uns alle jedoch glücklich schätzen ein solches Schwimmbad mit verantwortungsvollen Mitarbeitern und engagierten Aktiven in unmittelbarer Nähe zu haben. Andere Städte und Gemeinden können davon nur träumen. Wir hoffen, dass die beiden Städte und ihre Parlamentarier den Erhalt des Bades auch künftig unterstützen", so Bastian und Riesener im Anschluss an den Besuch.

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