(hol) Die Baumhasel (Corylus colurna) ist eine aus der Türkei und dem Balkan stammende Baumart, gilt als immissions-, kälte- und hitzetolerant und hat relativ geringe Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung. Auch in Friedberg hat sie als Allee- oder Parkbaum im städtischen Bereichen Einzug gefunden. Bislang galt die Baumart gegenüber Krankheitserregern als relativ robust. Und vor dem Hintergrund des Klimawandels gehört die Baumart zu möglichen Hoffnungsträgern

In diesem Jahr tritt aber, so CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann, erstmals eine schleichende Verlichtung der Krone bei der Baumhasel auf. Sowohl auf der Seewiese als auch in der Heinrich-Busold-Straße sind Exemplare der Baumhasel zu finden, die jetzt Mitte Juni fast blattlos sind. Was sind die Ursachen für diese Verlichtung der Krone?

Der Krankheitsverlauf der Baumhaseln in Friedberg, zum Beispiel in der Heinrich-Busold-Straße, deckt sich mit den Erkenntnissen, die von Prof. Dr. Rolf Kehr von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (Göttingen) 2014 vorgestellt wurden. Danach handelt sich um relativ rasch verlaufende Absterbeerscheinungen, die auf den ersten Blick nicht den bekannten Ursachen wie etwa Streusalzschäden, Verticillium-Belastung (ein Bodenpilz), Bodenverdichtung oder Vernässung zuzuordnen sind.

Betroffene Bäume befinden sich oft ein Jahrzehnt oder mehr am Standort. Im Verlauf der Vegetationsperiode kommt es innerhalb weniger Wochen zur Laubverfärbung und zum Absterben einzelner Äste oder der ganzen Krone. Abgestorbene Äste und Stammteile zeigen verwelktes Laub und abgestorbene, dunkel verfärbte und teils bereits abblätternde Rinde. Die betroffenen Bäume sind in vielen Fällen von gesunden Nachbarbäumen gesäumt, so auch in der Heinrich-Busold-Straße und auf der Seewiese. Es handele sich also offenbar um rasche Erkrankungsverläufe an Einzelbäumen.

Professor Kehr hat den Verdacht, dass es sich um Bakterien der Gattungen Pseudomonas und Xanthomonas handeln könnte. Dagegen sprechen Untersuchungen, die im letzten Jahr von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) publiziert wurden, wonach auf den Blättern solcher Baumhaseln immer wieder einen Befall mit dem spezifischen Blattpilz Phyllosticta coryli sowie an den Trieben mehrere Schwächepilze wie Diaporthe decedens und Henderosonia corylaria nachgewiesen wurden.

Auch aus Norddeutschland und den Niederlanden wurde über Absterbeerscheinungen von Baumhaseln berichtet.

Die Friedberger CDU sorgt sich auf jeden Fall um den Bestand der Baumhasel und bittet um entsprechende Untersuchungen.

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