(hol) Der Besuch der Friedberger CDU-Fraktion bei der Raiffeisen Waren- Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) am östlichen Stadtrand von Friedberg war schon lange fällig. Die CDU-Fraktion unter Leitung ihres Vorsitzenden Olaf Beisel wurde vom stellvertretenden Geschäftsführer Ralf Gärtner auf dem Gelände an der Raiffeisenstraße empfangen und im Betrieb herumgeführt. An Hand der Silos und Mischwarenanlagen kam Ralf Gärtner auf die Produkte zu sprechen, die hier umgeschlagen oder zum Verkauf angeboten werden.

Friedberg gehört zur Vertriebsgruppe Hessen der Raiffeisen Waren- Zentrale Rhein-Main eG, deren Zentrale ihren Sitz in Köln hat. Das Vertriebsgebiet umfasst Mittel- und Südhessen. In diesem Gebiet liegen 30 Standorte mit 180 Mitarbeitern. Aktuell befindet sich der nördlichste Standort in Dautphetal bei Marburg und der südlichster in Lorsch. Am Standort Friedberg sind 50 Mitarbeiter beschäftigt, davon elf im Agrarbereich. Der jährliche Umsatz hier 2014 etwa 17 Millionen Euro, im gesamten Vertriebsgebiet Hessen waren es 2014 rund 140 Millionen Euro.

In der Wetterau bestimmt der Anbau von Getreide das Landschaftsbild. So verwundert es nicht, wenn in Friedberg pro Jahr bis zu 12.000 Tonnen Getreide, vorwiegend Weizen, Gerste und Raps, durch die Silos im ehemaligen Proviantamt wandern. „Ist die Getreideernte auf Grund der Trockenheit in diesem Jahr in der Wetterau niedriger als sonst?“ fragte Stadtrat Dr. Olaf Osten. Ralf Gärtner verneinte. Der Ertrag läge sogar über dem fünfjährigen Mittelwert, bei der Wintergerste sogar höher als 2014. Lediglich beim Raps seien die Erträge um etwa ein Viertel geringer als 2014.

CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel fragte nach Beschwerden bezüglich der Lärm- und Staubentwicklung bei der Getreideannahme, die in der Erntezeit ja auch nachts stattfinde. „Die gibt es nicht. Aber wir sorgen uns um die Zukunft, wenn auf dem ehemaligen Kasernengelände direkt gegenüber unseren Silos einmal gebaut wird.“ Doch hier versprachen die Mitglieder der CDU-Fraktion dafür zu sorgen, dass der Raiffeisen-Standort keine Nachteile zu befürchten habe.

Ein weiteres Problem für die Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes stellt das Pflanzenschutz-Großhandelslager dar, eines von neun im gesamten Geschäftsgebiet der RWZ. Dieses erstreckt sich über weite Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen sowie ganz Rheinland-Pfalz und das Saarland. In dem gegen Brand und Einbruch besonders geschützten Sicherheitslager dürfen bis zu 350 Tonnen Pflanzenschutzmittel gelagert werden. „Ist denn die Festlegung der Abstände für die neue Wohnbebauung auf dem Kasernengelände nach der Seveso II-Richtlinie schon erfolgt?“ wollte Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender wissen. Ralf Gärtner, auch Spartenleiter Pflanzenschutz bei der RWZ in Friedberg, wusste nur, dass alle notwendigen Unterlagen seitens der RWZ schon seit längerer Zeit beim Regierungspräsidium in Darmstadt lägen, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen sei.

„Landwirte sind Unternehmer und müssen genau rechnen. Sie stellen unsere Ernährung sicher. Auch die bäuerlichen Familien wollen unbelastete Lebensmittel essen und gutes Wasser trinken. Sie können auf die gute Beratung und verlässliche Zusammenarbeit mit den Raiffeisen-Experten hier in Friedberg vertrauen“, stellte CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel zum Abschluss der Besichtigung fest. Mit der Übergabe eines Präsentes, natürlich aus heimischer Produktion, bedankte sich die Friedberger CDU-Fraktion für die sehr informative Führung.

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