(hol) „Wachstum und Vitalität eines Waldes werden von der Konkurrenz der Bäume untereinander geprägt. Am vitalsten sind die Bäume auf den Standorten, die ihre artspezifischen Bedürfnisse nach Wasser, Nährelementen, Licht, und Wärme optimal erfüllen“ sagte Paul Freiherr von und zu Franckenstein bei einer Führung der Friedberger CDU durch seine Waldungen in Ockstadt. Der Privatwald des Paul von Franckenstein erstreckt sich von der ehemaligen Raketenstation am Galgenkopf östlich der Autobahn Frankfurt – Gießen bis zum Löwenhof. Auf 120 Hektar reiner Holzbodenfläche wachsen in Mischbeständen als Hauptbaumarten zu 40 Prozent Douglasie, dazu Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.

„Warum so viele Douglasien?“ fragte CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann. Paul von Franckenstein erläuterte, dass der vor 125 Jahren aus Nordamerika eingeführte Baum deutlich besser für einen möglichen Wandel des Klimas hin zu längeren Trockenpausen und häufigeren Extremwettersituationen gerüstet sei als unsere einheimischen Nadelbäume. Darüber seien sich die Experten einig, Auch aus ökonomischer Sicht sei es ratsam, Douglasie anzubauen. Das Holz werde von der Industrie stark nachgefragt und gut bezahlt. Zwischen 100 und 120 Euro koste ein Festmeter Douglasienholz. Für die gleiche Menge Buchenholz gebe es nur 40 bis 80 Euro.

Beim Gang durch Franckenstein’schen Privatwald fiel den Gästen von der CDU immer wieder auf, wie viele Bäume eine rote Markierung trugen. „Das sind Fällmarkierungen für die Pflegetrupps“ erläuterte Paul von Franckenstein, die er alle selbst festlege. Bei der Bestandspflege der Douglasie sei besonders auf die rechtzeitige Entnahme von Bedrängern zu achten. Gut entwickelte Kronen dürften niemals eingeengt werden. Ab einem Alter von 40 Jahren beginne die Lichtwuchsphase. Dann müssten die Bäume allseits umlichtet sein. Mischbaumarten wie die Hainbuche oder die Eiche würden erhalten, da sie zur Bodenverbesserung beitrügen. Es erfolgten etwa 2 Eingriffe im Jahrzehnt, die von privaten Unternehmen aus der Region ausgeführt würden.

„Ist Ihr Wald irgendwie zertifiziert“ fragte Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender. „Ja, mein Wald trägt das PEFC- Siegel.“, erklärte Paul von Franckenstein und erläuterte seinen Gästen von der Friedberger CDU, dass Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC auf den sehr strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern basiere. Diese Bewirtschaftung werde durch kompetente und unabhängige Organisationen kontrolliert. Das PEFC-Siegel auf einem Produkt bedeute: Die gesamte Produktherstellung - vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt - ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter kontrolliert. 

CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel wunderte sich. „Warum ist hier plötzlich ein Stück Wald eingezäunt?“ Die Frage wurde schnell geklärt als Paul von Franckenstein die Besucher auf die besondere Baumart hinwies, die hier angepflanzt wird: die Weißtanne. „Und wieso ausgerechnet Weißtannen?“ fragte Beisel. Die Weißtanne sei, so Paul von Franckenstein, mit 2% Anteil an der Waldfläche mittlerweile eine unserer seltensten Baumarten geworden. Sie sei aber der Stabilisator unserer Mischwälder. Aufgrund ihrer Verjüngungsfreudigkeit erneuerten sich die Bestände praktisch von selbst und erlaubten so eine naturnahe Bewirtschaftung. Das tief greifende Wurzelsystem der Tanne aus Pfahl- und Senkwurzeln garantiere sturmstabile Wälder. Es schütze zugleich den Boden vor Erosion. Die milde Nadelstreu sorge für intakte Stoffkreisläufe. Und mit Blick auf Ockstadts Ortsvorsteher Günther Weil erklärte Paul von Franckenstein zum Abschluss: „Die Weißtanne wurde schon früher hier in Ockstadt angebaut. Ich habe im Löwenhof Rechnungen über den Verkauf von Weißtannen- Altholz von 1915 gefunden“.

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