Gemeinsam mit einigen Ockstädter Christdemokraten besichtigte die Junge Union Friedberg im Rahmen ihrer Sommertour den 817 erstmals urkundlich erwähnten Friedberger Stadtteil Ockstadt. „Wir möchten die Sommerzeit dazu nutzen, die einzelnen Friedberger Stadtteile näher kennen zu lernen“, erklärte die JU-Vorsitzende Ute Wellenberg. Um zu erfahren, wo genau der Schuh drückt, treffe sich die Junge Union daher jeweils mit örtlichen CDU-Mitgliedern direkt vor Ort und informiere sich über regionale Knackpunkte, Geschichte und Kultur, ergänzte JU-Vorstandsmitglied und Stadtverordnete Rebecca Riesener.

Empfangen wurden die Jungpolitiker von Ortsvorsteher und Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Günther Weil, seiner Stellvertreterin Christel Bohl, den Ortsbeiratsmitgliedern Stefanie Kipp und Werner Schaupp sowie CDU-Mitglied Gerhard Bohl.

Weil führte seine Gäste zunächst durch die in ihrer jetzigen Ausgestaltung seit 1909 bestehende St. Jakobuskirche, die die Anwesenden vor allem durch ihre unerwartet kostbare und einzigartige Ausstattung beeindruckte.

Während der weiteren Begehung erläuterte Weil, dass im Zuge der Umgehungsstraße B 3 der Lastwagen-Verkehr spürbar rückläufig sei, nicht aber der PKW-Verkehr.  „Viele nutzen Ockstadt trotzdem weiterhin als Abkürzung ohne Ampeln“, berichtete Weil. Dies sei der JU dann auch beim Überqueren der Nauheimer Straße/Bachgasse deutlich geworden, berichten Wellenberg und Riesener, denn Bürgersteige seien kaum oder gar nicht vorhanden und die überhöhte Geschwindigkeit so manches Verkehrsteilnehmers trüge auch nicht unbedingt zur Sicherheit bei. Eine Umgestaltung der Kreuzung an Nauheimer Straße/Bachgasse/Friedberger Straße sei daher nach der Umwandlung in eine Gemeindestraße längst überflüssig. „Eigentlich“, so erklärt Weil, „muss der ehemalige Baulastträger die Straße ordnungsgemäß übergeben“. Dass man „ordnungsgemäß“ weit auslegen kann zeigen jedoch die unzähligen geflickten und mit Splitt ausgefütterten Schlaglöcher in Ockstadt, schmunzelten die Anwesenden. Die Dorfgemeinde habe sich bereits Gedanken gemacht und möchte die Kreuzung zu einer Art Dorfplatz mit kleiner Straße umgestalten. Eine Dorflinde, ein Brunnen – einfach ein Platz für Dorffeste und Beisammensein seien im Gespräch, berichtet Bohl.

Vorbei am Ortsvorsteher-Büro führte Weil seine Besucher weiter zu den einstigen Zehnt-Scheunen, die nun umgebaut als so genannte „Schlossscheune“ zu einer der größten Wohnstätten der Behindertenhilfe Wetterau zählt. Ihr gegenüber konnte die Besuchergruppe einen Blick auf die imposante Schlossanlage werfen. Mit der Heirat von Irmel von Cleen mit Hans von Franckenstein ging das einst Cleen'sche Schloss in den Besitz der Freiherrn von und zu Franckenstein über. Das Herrenhaus wird heute unter anderem von Katharina und Georg von und zu Franckenstein bewohnt.

„Etwas besonderes“ und daher einen Besuch wert, so die Christdemokraten, sei die erste Ockstädter Straußwirtschaft „Zum Gerippte“ von Eva und Erich Scharf, geöffnet jeden Freitag, Samstag und Sonntag zwischen April und September – selbstgekelterter Äppelwoi, hauseigene Schnäpse und eingelegter Handkäs‘ sind nur einige wenige der angebotenen Spezialitäten.

Stolz sind die Ockstädter auch auf ihr Quellwasserschwimmbad, das es eindeutig zu erhalten gelte, wie sich Wellenberg und Riesener einig sind. Immerhin existiere es mittlerweile seit sechzig Jahren und habe sich als echtes Familienbad etabliert, das Ort der Begegnung und Sportstätte zugleich sei.

Das Kirschendorf, das bereits in sechs Jahren sein 1200-jähriges Jubiläum begehe, habe neben einem 89 Hektar großen Golfplatz, einer Alligatorenfarm und der Beherbergung des Zirkus Renz aber auch noch ein weiteres „ganz eigenes Highlight“, wie die JU abschließend resümierte: Auf der ehemaligen Raketenstation der U.S. Army entstand in den letzten Jahren ein Flora-Fauna-Habitat-Gelände, das durch Lesesteine und Renaturierung ein richtiges Kleinod und damit nun ein Ort der Ruhe geworden sei.

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