Die Junge Union Friedberg fordert, dass die Wolfengasse auch nach der Umgestaltung der Kaiserstraße für die Durchfahrt geöffnet bleibt. Die mehrfach von Bürgermeister Michael Keller in der Presse angekündigte Einrichtung einer Fußgängerzone in der Wolfengasse, die als einzige die Kaiserstraße direkt mit dem Stadtkirchenvorplatz und -parkplatz verbindet, halten die Jungpolitiker für „absoluten Unsinn“.

Nachdem sich die Junge Union im Rahmen ihrer Vorstandssitzungen ausgiebig mit einer etwaigen Sperrung der Straße auseinandergesetzt hat, mussten die Jungpolitiker feststellen, dass sie sich ohne offizielle Zahlen seitens der Stadt über die Verkehrsströme keine abschließende Meinung bilden konnten. „Umso verwunderlicher war es für uns, dass sich Bürgermeister Keller schon jetzt für eine Schließung der Straße aussprechen kann, wenn derzeit noch gar keine statistischen Erhebungen wie eine Verkehrszählung an der Straße vorgenommen wurden. Das Ganze wirkt leider wie ein Schnellschuss“, so die Vorsitzende der Friedberger JU, Rebecca Riesener. „Wir dachten uns: Wenn die Stadt noch keine Zahlen hat, dann müssen wir eben selbst ran“, erklärte ihr Stellvertreter Thomas Valentin die Idee, eine eigene Verkehrszählung vorzunehmen. So traf sich der CDU-Nachwuchs vergangenen Samstag auf der Wolfengasse, um zwischen 10 und 14 Uhr den Fahrzeugverkehr zu dokumentieren. Gezählt wurde jedes motorisierte Fahrzeug. „Uns ist natürlich klar, dass unsere Zahlen auf Grund der diversen Baustellen in Friedberg nicht hundertprozentig repräsentativ sind, dennoch glauben wir, dass unsere Zählung zumindest einen guten ersten Eindruck darüber vermittelt, wie wichtig diese Gasse als Zufahrt für unsere Einkaufsstraße ist. Zumal auch in Zukunft immer wieder mal mit Baustellen zu rechnen ist“, so Riesener.

Das Ergebnis der Zählung ergab, dass innerhalb von vier Stunden 1.374 Fahrzeuge die Straße durchquerten, um auf die Kaiserstraße zu gelangen. Das entspricht ungefähr 344 Fahrzeugen pro Stunde oder sechs pro Minute. „Man kann sich kaum vorstellen, wie all diese Verkehrsteilnehmer umgeleitet werden sollen, wenn es tatsächlich zu einer Sperrung kommen sollte. Immerhin handelt es sich bei dieser Straße um die einzige Verbindung, die wieder auf die Kaiserstraße zurückführt. Wir halten es nicht unbedingt für sinnvoll oder zielführend, dass alle Fahrzeuge im Falle einer Sperrung dann vielleicht um das ganze Burggelände herum fahren müssten, um anschließend zurück auf die Kaiserstraße zu gelangen“, sagte Vorstandsmitglied Christian Veith. Die Sperrung der Wolfengasse schränke die Erreichbarkeit der Kaiserstraße sowie des Friedberger Parkhauses noch weiter ein und könnte neben stärkerem Verkehr in der bewohnten Altstadt im schlechtesten Fall zu einer Abwanderung Einkaufswilliger in andere, besser erreichbare Einkaufsstädte führen, prognostiziert die JU. Auch eine Umlegung des Linienbusverkehrs wäre nötig. Es sei aus Sicht der zwei ansässigen Gastronomen und auch der Anwohner sicherlich verständlich, dass sich diese für eine Sperrung der Straße ausgesprochen hätten, aber insbesondere der stetig die Straße durchziehende Wind lade aus Sicht der Jungpolitiker nicht gerade zum längerfristigen Verweilen ein. Daneben könne es nicht Ziel einer künftigen Kaiserstraßenumgestaltung sein, so viele Parkplätze wie möglich zu beseitigen. Die Sperrung der Wolfengasse würde weitere - neben den bereits durch die Umgestaltung des Elvis-Presley-Platzes entfallenen - Parkplätze, die zumindest am Wochenende zur Verfügung stünden, kosten, sowie die Erreichbarkeit des Parkhauses und des Stadtkirchenparkplatzes erheblich verschlechtern. Nicht nachvollziehbar sei für die JU zudem die Bevorzugung einer einzigen Straße, bevor man sich um den wichtigsten Teil des Gesamtkonstrukts, nämlich um die zentrale Kaiserstraße, kümmere.

„Auch wir wünschen uns natürlich, dass es mit Friedbergs Kaiserstraße als Hauptschlagader vorwärts geht und sie sowohl für uns junge als auch für ältere Friedberger Bürgerinnen und Bürgern attraktiver wird. Eine Sperrung der Wolfengasse trägt aber hierzu aus unserer Sicht nicht bei, sondern senkt die Attraktivität Friedbergs als Einkaufs- und Kreisstadt. Wir erhoffen uns, dass die Umgestaltung der Kaiserstraße künftig nicht nur unter Einbeziehung weniger bestimmter Friedberger, sondern aller Interessengruppen einheitlich betrachtet wird, um ein ‚Kaiserstraßen-Flickwerk‘ zu verhindern“, so die JU-Vorsitzende Riesener abschließend.

« CDU: „Friedberg braucht eine professionelle Stadtentwicklung“ Dr. Thomas Schäfer: Wir wollen die Steuern nicht erhöhen! »