2011 wurde der erste Whisky in der Wetterau gebrannt – von Norman Groh in Ockstadt. Nach drei Jahren Fassreife kam er 2014 erstmalig in den Verkauf. Doch wie kam es dazu? Das wollte die Friedberger CDU jetzt bei einem Besuch bei Weidmann & Groh in der Ober-Wöllstädter Straße 3 in Ockstadt ganz genau wissen.

Schon seit Generationen wird auf dem Hof Weidmann in Ockstadt Landwirtschaft betrieben. Im Jahre 1986 entschied sich Reiner Weidmann zum Bau einer Brennerei, um das heimische Obst zu veredeln. Im Jahr 1989 verließ der erste Obstbrand die Destille. Im Jahre 2006 begann der Schwiegersohn, Norman Groh, mit der Ausbildung zum „Staatlich geprüften Brenner“ in Offenburg. Mit Beendigung der Ausbildung folgte dann der Einstieg in den Betrieb und die Gründung der Weidmann & Groh GbR im Jahre 2008. Im Jahre 2011 wurde dann eine neue Verschlussbrennereianlage eingebaut.

„Was hat denn diese neue Brennanlage gekostet?“ wollte CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Antkowiak wissen. Und war, wie alle Besucher von der Friedberger CDU erstaunt, als er die Summe hörte: 100.000 Euro! Verschlussbrennerei bedeutet, dass der Produzent keinen direkten Zugriff zum "unversteuerten" Destillat hat. In Deutschland ist sogar eine doppelte Anlagensicherung notwendig – die alkoholführenden Teile der Brennerei müssen doppelt ummantelt und vom Zoll verplombt sein und der Alkohol fließt durch eine Messuhr. Je Liter reinen Alkohol müssen dann 13,03 Euro Branntweinsteuer gezahlt werden. Mit dieser neuen Brennanlage war nun auch das Brennen von Whisky möglich. Da Rainer Weidmann einen 100 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb mit dem Schwerpunkt Ackerbau (Getreide, Raps) betreibt, lag es nahe, mit der Gerste aus der eigenen Produktion zu arbeiten. Bei der Herstellung des Wetterau Single Malt Whisky will Norman Groh den Charakter des Malzes besonders hervorzuheben. Zur Reifung werden Fino und Oloroso Sherryfässer verwendet, die mit einer fruchtigen Komponente einen maßgeblichen Einfluss auf den Whisky haben. Die Reifezeit von mindestens drei Jahren macht es möglich, dass der Whisky noch deutlich frische, malzige Noten mitbringt und nicht vom Fass überlagert wird. Durch die Verwendung von Malz, das im Buchenrauch gedarrt wurde, bekommt der Single Malt eine dezente Rauchigkeit, die aber nicht vorsteht. Der Wetterauer Grain Whisky wird dagegen aus unvermälztem Getreide gebrannt. Direkt nach der Ernte des Getreides kann es ohne einen weiteren Verarbeitungsschritt zur Whiskyherstellung verwendet werden. Norman Groh hat sich entschieden, den Single Grain Whisky rein aus Gerste herzustellen. Die Reifung findet in neuen und alten Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche statt, die dem Whisky einen kräftigen Fasscharakter verleihen.

Und dann ist da noch die Kultland-Brauerei. Seit 2016 brauen Reiner Weidmann, Norman Groh und Bruder Lorenz Groh zwei Sorten Bier: ein naturbelassenes, unfiltriertes und nicht pasteurisiertes helles Vollbier und ein Indian Pale Ale. Das India Pale Ale ist ein stark hopfenbetontes Bier mit fruchtige Aromen. „Wieviel Hektoliter Bier produzieren sie denn im Jahr?“ wollte Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender wissen. „Da wir zur 1200 Jahrfeier von Ockstadt im August eine besonderes Festbier brauen werden, könnten es in diesem Jahr fast 40 Hektoliter werden,“ meinte der erklärte Bierliebhaber Reiner Weidmann. Stolz sind Weidmann & Groh darauf, dass Bier und Whisky nur mit Ockstädter Quellwasser produziert werden.

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