| Wir werden unser Recht auf Akteneinsicht auch vor Gericht durchsetzen |
| Montag, 22. Februar 2010 | |
![]() Bürgermeister Keller verweigert den Stadtverordneten das Recht auf Akteneinsicht "Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die früheren Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung den Vorsteher in die Lage versetzt hat, seinen Auftrag wahrzunehmen", so Güssgen. "Das Gericht hat den Spielraum des Vorstehers in dieser Angelegenheit sehr eng ausgelegt." Daher werde man nun reagieren, so Dr. Osten. "Der Beschluß wird den Wünschen des Gerichts nachkommen und unserem Vorsteher den entsprechenden Handlungsspielraum geben. Von einer juristischen Ohrfeige für den Stadtverordnetenvorsteher wie die WZ dies gewertet hat, kann nach unserer Auffassung keine Rede sein. Diese Wortwahl ist wohl ein wenig überzogen. Bei Gericht wird entschieden, dort werden keine Ohrfeigen verteilt. Nicht immer gefällt einem eine Entscheidung. Man muß dann im Rahmen der Möglichkeiten reagieren. Das tun wir." Mit dem vorliegenden Antrag soll die Stadtverordnetenversammlung die gegen die Beanstandungsverfügung des Bürgermeisters erhobene Anfechtungsklage sowie den Antrag auf Herstellung ihrer aufschiebenden Wirkung ausdrücklich genehmigen. Damit soll der Stadtverordnetenvorsteher in die Lage versetzt werden, einen diesbezüglichen Antrag "erneut zu stellen und zur Durchsetzung des Akteneinsichtsbegehrens erforderlichenfalls einen Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung zu stellen", so Dr. Olaf Osten. Die Angelegenheit kann nach Angaben von Achim Güssgen nicht allein juristisch betrachtet werden. "Wir müssen auch den politischen Aspekt sehen", so der Fraktionsvorsitzende der Liberalen. "Wir erleben nunmehr seit Monaten, daß Bürgermeister Keller in dieser Angelegenheit taktiert, die Stadtverordnetenversammlung und die Öffentlichkeit hinhält. FDP und CDU vertreten den Standpunkt, daß Windräder an der vorgesehenen Stelle zwischen Bruchenbrücken und Wöllstadt nichts zu suchen haben, weil sie dort gar nicht den Ertrag bringen, der erforderlich wäre, um energiepolitisch einen vernünftigen Beitrag zu leisten." Der Bürgermeister erwecke gerne den Eindruck, z. B. in Bruchenbrücken und bei den Wöllstädter Bürgern, daß er den Standort der Windräder ebenfalls für ungeeignet halte. "In Wahrheit tut er alles, damit diese Windräder sobald als möglich gebaut werden können", so Güssgen. |