CDU Friedberg zu Besuch auf dem Kartoffelhof von Familie Bernhard in Dorheim
Die Kartoffel ist schon seit vielen Jahren nicht mehr von den Tellern der Deutschen wegzudenken. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 59,4 Kilogramm im Jahr. Dies ist allerdings wenig im Vergleich zu Lettland, wo 112,7 Kilogramm Kartoffeln Pro-Kopf und Jahr verzehrt werden. Doch woher kommen diese Kartoffeln? Dies veranlasste die Friedberger CDU, sich intensiver mit dem heimischen Kartoffelanbau zu beschäftigen. Mit dem CDU-Vorsitzenden Bernd Wagner an der Spitze besuchten dazu Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Bürgermeister Dirk Antkowiak sowie Gerhard Bohl, Gunther Best, Steffan Fuchs und Jessyka Antkowiak den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Kerstin, Steffen, Timm und Julia Bernhard in Dorheim. Der 200 Jahre alte Familienbetrieb baut auf 130 Hektar neben Weizen, Raps und Zuckerrüben vor allem Kartoffeln an.
Schwerpunkt beim Kartoffelanbau der Bernhards ist die Erzeugung von Pflanzkartoffeln für den gesamten europäischen Raum. Die Produktion von Pflanzkartoffeln ist deutlich aufwändiger als andere Produktionsrichtungen im Kartoffelbau. Pflanzgut darf zu gewerblichen Zwecken nur in den Verkehr gebracht werden, wenn es virusfrei ist. Kartoffeln haben freilich nichts mit dem Corona -Virus zu tun. Aber es gibt Viren, die zwar uns Menschen oder Tieren nichts anhaben können, wohl aber Pflanzen wie die Kartoffeln krankmachen. Die Virusfreiheit ist ein wichtiges Prüfkriterium im Anerkennungsverfahren über „Zertifizierte Pflanzkartoffeln“. Damit der Pflanzgutaufwuchs virusfrei bleibt, müssen kranke Pflanzen per Hand aus dem Bestand entfernt werden. Die höheren Aufwendungen, die beim Anbau von Pflanzkartoffeln anfallen, werden bei verkauften Pflanzgutpartien über die höheren Preise wieder erwirtschaftet. Neben Pflanzkartoffeln werden aber auch 20 Sorten für den Handel und Endverbraucher angebaut, darunter neben den modernen Speisesorten auch fast vergessene Landsorten und seltene Spezialitäten. „Bernhard – Kartoffeln, die man gern hat“ - dieser Slogan ist auf den Netzen mit 1-,2- oder 5-Kilogramm Kartoffeln zu lesen, die im Selbstbedienungs-Hofladen oder bei verschiedenen Einzelhandelsketten angeboten werden. Die Netze bestehen aus kompostierbaren Zellulosefasern und sind genauso ökologisch wie die sich darin befindenden Kartoffeln. Denn die Kartoffeln sind absolut frei von Schadstoffen, wie ein aktuelles Untersuchungsprotokoll ausweist. Neben Kartoffeln bauen die Bernhards inzwischen auch Rote und Gelbe Zwiebeln, Rote Beete, Knoblauch und als Besonderheit Süßkartoffeln an. Ursprünglich wuchsen Bataten bzw. Süßkartoffeln äquatornah in Mittelamerika bis Kolumbien. Bernhards pflanzen das Windengewächs auf einem halben Hektar ab Ende Mai an, wenn die Bodentemperaturen 10 °C nicht mehr unterschreiten und keine Nachtfröste mehr drohen. Anders als bei Speisekartoffeln pflanzt man bei Süßkartoffeln keine Knollen, sondern sogenannte Grünstecklinge. Diese Stecklinge werden von Züchtereien bezogen, zu Preisen von etwa 40 Cent pro Jungpflanze. Das macht den Anbau teuer. Schließlich werden für den halben Hektar etwa 15.000 Stecklinge benötigt. Geerntet wird per Hand, damit die empfindliche Schale der Knollen nicht verletzt wird. „Trotzdem haben wir noch immer fast 30 Prozent unverkäuflicher Knollen“, erläutert Timm Bernhard. „Doch die Süßkartoffel hat mittlerweile den deutschen Markt erobert, denn sie eignet sich für (fast) alle Kartoffelrezepte. Am einfachsten überbackt man sie im Backofen und serviert sie mit Kräuterdipp. Besonders gelobt werden Süßkartoffel-Frites oder -Chips“, so die Meisterin für Hauswirtschaft Kerstin Bernhard zum Abschluss des Besuchs der Friedberger CDU.

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