Im Rahmen ihrer Sommertour besichtigte die Junge Union Friedberg am vergangenen Samstag gemeinsam mit Mitgliedern der kernstädtischen CDU auch Problempunkte der westlichen und östlichen Friedberger Altstadt. „Wir möchten die Sommerzeit dazu nutzen, sowohl die Friedberger Kernstadt, als auch die einzelnen Ortsteile näher kennen zu lernen. Häufig fährt man eben doch einfach nur mal durch, ohne sich Gedanken über die einzelnen Probleme vor Ort zu machen“, erklärte die JU-Vorsitzende Ute Wellenberg.

Um zu erfahren, wo genau der Schuh drückt will die Junge Union sich daher jeweils mit örtlichen Unions-Mitgliedern direkt vor Ort treffen und sich über die regionalen Knackpunkte informieren, ergänzte JU-Vorstandsmitglied und Stadtverordnete Rebecca Riesener.

In der Friedberger Altstadt wurden die jungen Christdemokraten vom Sprecher der CDU-Fraktion im Ortsbeirat Norbert Simmer, dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Patrick Stoll, dessen Stellvertreter Volker Muras, Vorstandsmitglied des CDU-Ortsverbandes Laura Schräbler, der CDU-Fraktionsgeschäftsführerin Claudia Eisenhardt sowie von Christel und Gerhard Bohl, beide Vorstandsmitglieder des CDU-Ortsverbandes Ockstadt, empfangen.

Nach einer Einführung in die Geschichte der Friedberger Altstadt führte Simmer die Jungpolitiker zunächst durch die Hospitalgasse, wo speziell Verkehrsprobleme durch Falschparker und übermäßige Geschwindigkeit zu verzeichnen sind. Insbesondere der Kreuzungsbereich mit der Neutorgasse ist der Union ein Dorn im Auge. Hier komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Passanten oder Fahrradfahrer, die Richtung Seewiese unterwegs sind, auf Autos treffen, die die Hospitalgasse - häufig in nicht angemessener Geschwindigkeit - befahren. „Diese Kreuzung muss dringend entschärft werden, bevor es zu einem tragischen Unfall kommt“, fordert Stoll. Auch die Situation im Mistgässchen, waren sich JU- und CDU-Mitglieder einig, erfordere schnellen Handlungsbedarf. Es dürfe nicht sein, dass eine Erdgeschosswohnung bereits seit über anderthalb Jahren unvermietbar sei und sich Anwohner unwohl in ihrer eigenen Umgebung fühlten. Und das, wie zwei Anwohnerinnen berichteten, weil nächtliche Besucher und Partygäste nicht nur lautstark ihre Anwesenheit kundtäten, sondern auch Hausecken und Kellerfenster als „Pinkelecken“ und für andere üble Geschäfte nutzten. Es müsse Sorge dafür getragen werden , dass das Mistgässchen nachts für den öffentlichen Verkehr gesperrt werde.

Auch der Anblick der in der östlichen Altstadt herumstehenden Mülltonnen beschäftigte die Besuchergruppe, so mache die Altstadt auch gerade wegen der Mülltonnen einen heruntergekommenen Eindruck, weshalb hier dringender Handlungsbedarf gesehen werde. Simmer führte die Anwesenden mit erklärenden Worten vorbei an Judenbad und ehemaliger Synagoge zum Fünf-Finger-Platz, auf dem bereits um 18 Uhr lautstarke Musik aus den geöffneten Fenstern der diversen Gaststätten zu vernehmen war. „Dagegen muss dringend etwas getan werden“, sagte Simmer. Die Anwohner beschwerten sich immer wieder über Ruhestörungen, die auf einzelne Gaststätten sowie deren Besucher zurückzuführen seien. „Es wäre schön, wenn sich das Ordnungsamt dieser ärgerlichen Zustände noch entschlossener annehmen würde“, so Simmer weiter. Man sehe das Ordnungsamt in der Pflicht, etwas zu tun, damit Friedbergs Altstadt wieder an Attraktivität und Wert gewinne. Möglicherweise, so diskutierten die Anwesenden, sei die Einführung der so genannten Polizeistunde sinnvoll.

Als „besonders bedauerlich“ empfanden die Anwesenden, dass Friedbergs Altstadt immer mehr zur „Spielhölle“ verkomme. Die jungen Christdemokraten würden es daher begrüßen, wenn es mehr Beschränkungen für Wettbüros und Spielhallen gäbe, um das Stadtbild nicht durch weitere Casinos zu gefährden. Ein Ansatz wäre, so die Jungpolitiker, dem Einzelhandel mehr Anreize zu bieten in der Stadt zu bleiben beziehungsweise sich überhaupt in Friedberg niederzulassen, damit weitere Wettbüros erst gar keine Chance hätten, sich im Stadtgebiet auszubreiten.

Man müsse alles dafür tun, dass Friedbergs geschichtsträchtige mittelalterliche Altstadt, die nicht ohne Grund mit dem Unesco-Schutzsiegel ausgezeichnet worden sei, wieder als liebens- und lebenswerter Ort angesehen werde - und zwar sowohl für die Friedberger selbst, als auch für Besucher, waren sich CDU und JU einig.

Bildunterschrift:

Auf dem Fünf-Finger-Platz: Christel Bohl, Volker Muras, Ute Wellenberg, Claudia Eisenhardt, Patrick Stoll, Rebecca Riesener, Laura Schräbler, Gerhard Bohl und Norbert Simmer.

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