(hol) Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Hessen (GWH) plant im Bereich zwischen Edelspfad, Karlsbader Straße und Ketteler Straße die seit den zwanziger Jahren vorhandene Grünfläche zu überbauen. Dazu liegt den Parlamentariern der Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 91 „Am Edelspfad“ vor. Die CDU-Mitglieder aus Fraktion, Ortsbeirat und Vorstand mit Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und CDU-Vorsitzendem Dr. Hermann Hoffmann an der Spitze haben sich von sachkundigen Anwohnern durch ein verwunschenes Stück Friedberg führen lassen.

„In den Erläuterungen zum Entwurf des Bebauungsplanes wird das Vorhaben schöngeredet und verharmlost“ stellt CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann fest. Da werde zwar von ‚behutsamer Nachverdichtung im Innenbereich‘ gesprochen und der großzügige Grünraum solle ‚nur an den Rändern bebaut und damit weitgehend erhalten werden‘. Doch die CDU-Parlamentarier waren sich klar darüber, dass schon durch die Baustelleneinrichtung und den Abtransport des Erdaushubes ein großer Teil der jetzigen Gärten samt der dort lebenden Tierwelt massiv beeinträchtigt werden dürfte.

Zerstört würden durch die geplanten vier Wohnblocks samt dazugehörigen Stellplätzen  Grünflächen, die nicht nur dekorative Zutat zu Wohngebäuden seien. Zerstört würden „grüne Zimmer“ für die anwohner aus Ketteler- und Karlsbader Straße sowie dem Edelspfad. Zum einen fielen eine Reihe von Kleingärten weg. „Arbeit im Garten gibt immer das befriedigende Gefühl, noch etwas zu schaffen, etwas Sichtbares, Anfaßbares, Verwertbares zu produzieren“ dozierte Stadtverordneter Norbert Simmer, lange Jahre Vorsitzender des Gartenbauvereins Grüne Lunge. Und Rosi Schäfer aus der Ketteler Straße, die um ihre Grünparzelle aus Laubengang, Sitzplatz und Teich fürchtet, ergänzt: „Es gibt hier immer etwas zu tun – vom Frühjahr bis zum Herbst. Ich komme gar nicht zum Rosten“.

Seit den zwanziger Jahren ist die Grünfläche von den jeweiligen Benutzern an die eigenen Bedürfnisse angepasst worden. Es wurden die unterschiedlichsten Ideen eingebracht, so dass sich alle mit ihrem Werk identifizieren konnten. Heute liegt der Nutzgarten neben der Sitzecke mit Vogelvoliere, das Baumhaus und der Kletterturm für die vielen Kinder und Jugendlichen hat ebenso seinen Platz wie der Teich mit Libellen oder die Pergola mit den süßen Weintrauben.

„Hier würde ein Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen und letztlich auch für die hier lebenden Menschen vernichtet. Für eine ökologisch orientierte Stadtplanung ist das kontraproduktiv“, stellte Sybille Wodarz-Frank fest.

Leider habe der Gesetzgeber mit dem beschleunigten Verfahren der Innenentwicklung im Paragraphen 13a Baugesetzbuch das Beteiligungsrecht der Bürgerschaft einschließlich der Kommunalpolitik weitgehend ausgehebelt. „Doch wir verlangen von der Stadtverwaltung, die rechtlich mögliche Umweltprüfung für das Vorhaben einzufordern. Denn  schon bei dieser einen Begehung war festzustellen, dass die vorliegende Planung in keiner Weise die artenschutzrechtlichen Vorgaben des Paragraphen 44 Bundesnaturschutzgesetz berücksichtigt.“ stellt Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender fest.

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