(sto) Im Juni 2012 beschloss die Friedberger Stadtverordnetenversammlung den Masterplan für die 740.000 Quadratmeter große ehemalige Ray Barracks Kaserne. Nun, zwei Jahre später, stellt die Friedberger CDU die Frage nach der Zukunft des Kasernengeländes. Denn auf Nachfrage im Rathaus oder bei Bürgermeister Keller gäbe es keine klaren Aussagen.

Der Masterplan bildet eine grobe planerische Grundlage für die künftige Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes. Er macht erste Aussagen zu Funktionen und Qualitätszielen. In ihm werden zum Beispiel die städtebauliche und verkehrliche Situation, die Lage und Nutzung von Baufeldern sowie die Größe und Formgebung von Park- und Freiflächen dargestellt. Der Masterplan stellt somit die grundlegende Vorstellung der Stadt dar, wie das neue Stadtquartier in Friedbergs Süden aussehen soll. Er bietet dabei ein fortschreibungsfähiges, flexibles Konzept, das sich an mögliche Änderungen der Rahmenbedingungen und Entwicklungsbedarfe während des weiteren Planungsprozesses anpassen kann. Insgesamt fasst der Masterplan die in Abstimmung mit den städtischen Gremien und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Grundstückseigentümerin formulierten funktionalen und städtebaulichen Entwicklungsziele zusammen und stellt diese modellhaft dar. Der Friedberger Masterplan sieht – in zwei Varianten - eine heterogene Entwicklung des Plangebiets vor. Neben Flächen für Gewerbeansiedlung, eine Erweiterung der Technischen Hochschule Mittelhessen und Parkflächen sieht er vor allem Wohngebiete mit Mehrparteien- und Einzelhäusern vor.

„Wie soll es in diesem Gebiet weiter gehen? Welche Schritte planen Verwaltung und Bürgermeister?“ fragt Friedbergs CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann. Wann werde eine Entwicklungsvereinbarung zwischen der BIMA und der Stadt Friedberg, die die Ziele des Masterplans berücksichtigt, den parlamentarischen Gremien vorgelegt.

Da der Masterplan noch kein Baurecht schafft, bedarf es zur seiner Umsetzung der Aufstellung von Bauleitplänen durch die Gremien der Stadt Friedberg. „Je eher die Interessen und Sichtweisen der Friedberger Bürger berücksichtigt werden, desto erfolgversprechender gestaltet sich auch der weitere Planungsprozess“ ist Friedbergs CDU-Vorsitzender Dr. Hermann Hoffmann überzeugt. Die Friedberger CDU fordert eine baldige und ernstgemeinte Information der Bürger über die Planungsabsichten der Stadt, denn dadurch bestehe die Chance, Konflikte frühzeitig zu erkennen. Hoffmann: „Auf keinen Fall darf es hier zu einer Entscheidung kommen, die im Rathaus hinter verschlossenen Türen gefällt und im Stadtparlament von Rot-Grün nur noch abgenickt wird.“

Klar sei für die CDU ein zentraler Punkt: „Auf dem Gebiet der Ray Barracks werden nicht die Probleme der Stadt Frankfurt gelöst werden.“, so Hoffmann. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG hatte kürzlich bereits ihr Interesse an dem Gebiet der Ray Barracks bekundet. Dies steht im Zusammenhang mit der in Frankfurt bestehenden, vor allem wirtschaftlich schwächere Menschen treffenden Wohnungsnot. „Die CDU Friedberg hält an dem Ziel einer heterogenen Entwicklung des Planungsgebiets fest.“, so Hoffmann. Dazu gehöre auch sozialer Wohnungsbau, dieser müsse sich aber am örtlichen Bedarf orientieren. „Wir haben in Friedberg eine eigene Wohnungsbaugesellschaft, zu deren Aufgaben unter anderem der soziale Wohnungsbau für Friedberger Bürger zählt. Der Bürgermeister soll einmal als Aufsichtsratsvorsitzender dieser Gesellschaft erklären, weshalb die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft nicht in der Lage ist, den Friedberger Bedarf an sozialem Wohnungsbau abzudecken.“, so Hoffmann zu dieser Zeitung. Die CDU warne davor, sich der „Hilfe“ der Frankfurter AGB zu bedienen, die dann zumindest mit entscheiden könne, an wen sie Wohnungen im neuen Friedberger Quartier vergibt. „Es würde uns maßlos wundern“,  so Hoffmann, „wenn die Frankfurter Wohnungsbau in Friedberg investieren und ausschließlich für Friedberger Bürger Wohnungen schaffen wollte.“

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