(sto) Die Friedberger CDU ist entsetzt über Stellungnahme des BUND-KV Wetterau zur Windvorrangfläche am Winterstein. „Wie in sozialistischen Systemen folgt der Kreisverband Wetterau des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit seiner Stellungnahme zu der Windvorrangfläche am Winterstein vollauf den Vorgaben des Landesverbandes“, stellt der Friedberger CDU- Vorsitzende Dr. Hermann Hoffmann fest. Der BUND- Kreisverband Wetterau unterstützt die Ausweisung der 274 Hektar große Fläche auf dem Taunuskamm, auf der 20 Windkraftanlagen errichtet werden könnten, mit der lapidaren Begründung: „Bündelung ist positiv, relativ geringe Auswirkungen – kein FFH-Gebiet“.

Nach wie vor liegen die geplanten Windvorranggebiete im Bereich Winterstein im Naturpark Hochtaunus. Noch vor wenigen Jahren war dieses Gebiet sogar als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen, wurde dann aber 2008 ohne jegliche Veranlassung vom Land Hessen als LSG gelöscht. Doch auch Naturparke sind eine Schutzkategorie nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Der Taunushauptkamm von Wiesbaden bis Friedberg soll an vielen Stellen mit Windkraftanlagen gespickt werden. Das scheine, davon ist Dr. Hoffmann überzeugt, die Strategen des BUND nicht zu stören. Seit Jahren schürten sie eine Angst vor der Klimakatastrophe und forderten als Rettung den Bau von Windkraftanlagen. Nun opferten sie zentrale Werte des Naturschutzes, den Schutz der Vögel, Fledermäuse und Wildkatzen sowie den Schutz der Kulturlandschaft, auf dem Altar der Energiewende.

Die Bündelung von 20 möglichen Windkraftanlagen im Windvorranggebiet Winterstein, mit 200 Metern Höhe doppelt so hoch wie der Sendeturm auf dem Steinkopf, werde vom BUND begrüßt. Dem hält die Friedberger CDU entgegen, dass damit ein harmonisches Landschaftsbild in aggressiver Weise technisch überformt würde. „Es käme“, so CDU-Vorsitzender Dr. Hoffmann, „zu einer starken Beeinträchtigung des typischen, naturräumlich und kulturhistorisch gewachsenen Landschaftscharakters“. Inzwischen habe auch das Landesamt für Denkmalschutz erkannt, dass nicht nur historische Gebäude sondern auch Kulturlandschaften geschützt werden müssten. Und dazu gehöre der Taunuskamm ganz ohne Zweifel.

Zentrale Fragen des Naturschutzes für den Wintersteinbereich wischt der BUND mit der lapidaren Bemerkung „relativ geringe Auswirkungen – kein FFH-Gebiet“ zur Seite. Was aber ist mit den FFH-Arten Fledermaus und Wildkatze? Die Fledermausbestände sind noch überhaupt nicht untersucht. Sehr wohl aber die Wildkatze. Das Planungsgebiet liegt zu 100% in einem Lebensraum der Wildkatze. Durch die Waldrodungen für die Herstellung der Standflächen der Windkraftanlagen, den Bau von Zufahrtstrassen zu den Windkraftstandorten und den Bau der Stromtrassen wird der Lebensraum der Wildkatze nachhaltig und dauerhaft beeinträchtigt. Für den Bau der Windkraftanlagen sind etwa ein Jahr lang mehrere tausend Lkw- Fahrten durch das Wildkatzenrevier notwendig. Anschließend folgen permanente Fahrten zwecks Wartung oder Reparatur.

Bei der Wildkatze handelt es sich um eine nach Anhang IV der FFH-Richtlinie besonders geschützte Art, da die Gefahr besteht, dass die Vorkommen dieser Arten für immer verloren gehen. Das Wintersteingebiet ist als Lebensstätte für die Wildkatze besonders geeignet. Es verfügt über abwechslungsreiche Lebensraumstrukturen mit unterschiedlichen Baumarten (Laub- und Nadelholz) und Altersklassen mit natürlicher und künstlicher Verjüngung in Rein- und Mischform.

Weiterhin befinden sich Sukzessionsflächen und Waldlichtungen bzw. –wiesen in dem 274,2 ha großen Vorranggebiet. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Vorranggebiet nicht nur Verbreitungs- sondern auch Reproduktionsgebiet der Wildkatze ist. All dies zähle aber nicht für den BUND.

Die BUND-Stellungnahme leide aber auch unter fachlichen Mängeln. Im Zusammenhang mit den notwendigen Waldrodungen bei einer Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Taunuskamm hatte ein Vertreter des Forstamtes Weilrod darauf hingewiesen, dass Ersatzaufforstungsflächen in der näheren Nachbarschaft nicht zur Verfügung stünden. „Der Eingriff kann durch ökologische Aufwertungen im Wald kompensiert werden“ ist in der BUND-Stellungnahme zu lesen. Dem widerspricht Dr. Hoffmann mit Verweis auf das Hessische Waldgesetz, wonach Waldrodungen immer durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen werden müssen. Nur in seltenen Fällen könne darauf verzichtet werden. Dann aber sei eine hohe Ablösesumme zu zahlen. Und auch dem – zuletzt von der SPD vorgetragen - Argument, dass jährlich mehr Holz dem Wald entnommen würde als bei der Rodung für eine Windmühle, widerspricht Dr. Hoffmann. Über alle Standorte, Baumarten und Altersklassen wachsen jährlich etwa 13 Erntefestmeter je Hektar nach. Dem gegenüber steht eine Entnahme von nur etwa 8 Erntefestmeter je Hektar. „Und auf jedem waldlosen Windkraftstandorte wächst dauerhaft überhaupt nichts nach!“

„Dass mit den geplanten Anlagen im Wintersteingebiet nachhaltig grob und unangemessen in eine intakte Kulturlandschaft eingegriffen wird, Waldökosysteme degradiert werden und der Artenschutz aufgegeben wird, stört den BUND überhaupt nicht“, zeigt sich CDU-Vorsitzender Dr. Hoffmann entsetzt und schließt mit dem Hinweis, dass die CDU Friedberg weiter gegen das Vorranggebiet auf dem Winterstein agieren werde.

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