(sto) Über Monate zierte ein Loch den Elvis-Presley-Platz und verzögerte den Baubeginn. Wann hier mit dem Bau begonnen werden soll, ist unklar. Klar sei aber, dass der Stillstand nicht zu einer Neubelebung der Kaiserstraße führen werde. Eine Neubelebung sei aber dringend erforderlich, erklärt der Vorsitzende der Friedberger CDU Dr. Hermann Hoffmann: „Bürgermeister Keller und die rot-grüne Schatten-Koalition haben die Kaiserstraße lange genug stiefmütterlich behandelt.

Anfragen, etwa danach, ob sich der Schwerverkehr von der Kaiserstraße verbannen lässt, wurden nicht beantwortet. Hoffentlich erholt sich die Kaiserstraße wieder von diesem rot-grünen Stillstand.“ Es sei schlicht nicht ersichtlich, wo sich der derzeitige Bürgermeister einmal erfolgreich für die Kaiserstraße eingesetzt habe. Er habe beispielsweise nicht daran gedacht, ein städtisches Vorkaufsrecht am Rank/Reuss-Gelände wahrzunehmen. Die Folge sei, dass dort Stillstand herrsche. Nachdem auch das Kaufhaus JOH geschlossen werden musste, fehle der Kaiserstraße jeder größere Magnetbetrieb.

Der Bürgermeister sei nicht einmal in der Lage, eigene Ideen konsequent zu verfolgen. So scheine es nach einem Bericht in der „Wetterauer Zeitung“ vom vergangenen Freitag nunmehr ausgeschlossen, dass es zur Schließung der Wolfengasse komme. „Hierbei muss man noch von Glück sprechen“, erklärt Hoffmann „denn die Wolfengasse ist ein wichtiger Zubringer für die Kaiserstraße.“ Dies habe die Verkehrszählung der JUNGEN UNION gezeigt. „344 Fahrzeuge wurden hier in einer Stunde gezählt. Einen solchen Verkehrsfluss kann der Bürgermeister nicht einfach so wegsperren.“, so Hoffmann. Was die Verkehrszählung des Bürgermeisters gezeigt habe, werde sicher nicht ohne Grund geheim gehalten. „Wenn sich Bürgermeister Keller hier mit seiner Idee durchsetzt, die bislang in keinem demokratisch legitimiertem Gremium beraten geschweige denn beschlossen wurde, wird der Kaiserstraße weiter Kaufkraft entzogen“, ist sich Hoffmann jedenfalls sicher.

„Der Stillstand auf der Kaiserstraße fügt sich in die übrige Stadtentwicklungspolitik des Bürgermeisters ein“, ergänzt der Vorsitzende der CDU Fraktion im Stadtparlament Olaf Beisel. Auch hier herrsche Stillstand. Denn anders könne es nicht bezeichnet werden, wenn sich die Visionen bei der Erweiterung der Stadt auf das Gelände der Ray Barracks in einem Großengagement der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG erschöpften. „Hier ist echter Gestaltungswille gefragt“, so Beisel, „diesen Willen sehen wir bei Bürgermeister Keller nicht.“

Bad Nauheim habe es vorgemacht, etwa bei der Entwicklung des neuen Wohngebiets an der alten Gärtnerei. Es gelte auch in den Ray Barracks, eine Aufteilung in mehrere Areale für eine heterogene Nutzung vorzunehmen, auch für Sport- und Erholungsflächen, für Gewerbe und eben auch für wohlhabende Neubürger. Schließlich handele es sich bei der Kaserne um eine wunderbare Stadtlage. „Die ABG steht nicht für eine heterogene Entwicklung, die die Stadt – auch was Kaufkraft und Steueraufkommen angeht – weiterbringt.“, so Beisel. Die ABG, deren Aufsichtsrat vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Feldmann geleitet werde, verfolge originär Frankfurter Ziele. „Das, was Feldmann im Römer mangels eigener Mehrheiten nicht durchsetzen kann, soll nun unter Mithilfe der Friedberger Genossen hier verwirklicht werden.“, ist Beisel überzeugt. Die CDU werde sich demgegenüber dafür einsetzen, dass bei der Entwicklung des Kasernengeländes die Ziele einer vernünftigen Stadtentwicklung nicht aufgegeben würden.

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