(sto) Zum Thema „Erweiterung des Baugebiets“ hatte der Kernstädter Ortsverband der CDU Friedberg kürzlich zu einem Informationsstand am Steinernen Kreuz eingeladen, um mit Bürgerinnen und Bürgern direkt vor Ort über das geplante Neubaugebiet ins Gespräch zu kommen. Das Baugebiet, das noch in diesem Jahr erschlossen werden soll, wird einmal Platz für circa 170 Wohneinheiten bieten. Neben Reihenhäusern sollen dort insbesondere Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Es ist der vorletzte Bauabschnitt im Wohngebiet „Auf dem See“.

Insgesamt werde das Wohngebiet sehr gut angenommen, insbesondere der seit einigen Jahren bestehende Lebensmittelmarkt trage viel zur Attraktivität bei. Dafür habe die Friedberger CDU auch sehr lange kämpfen müssen, erinnert sich der Stadtverordnete Norbert Simmer. Auf den neuen Bauabschnitt freue man sich, vor allem junge Familien hätten bereits Interesse an Grundstücken geäußert. Wie Olaf Beisel, Fraktionsvorsitzender der Friedberger CDU, erklärte, müssten die Benachrichtigungen zur Eröffnung der Erschließungsarbeiten bald bei all denjenigen eintreffen, die ihr Interesse an einem Grundstück bereits kundgetan haben. Und das seien weit mehr als Grundstücke zur Verfügung stünden. Nach Erschließungsbeginn, der noch in diesem Jahr stattfindet, starte alsdann der Grundstücksverkauf.

Gerade die letzten beiden Erweiterungen werfen bei Anwohnern und Bauwilligen viele Fragen auf. Wie sind die Grundstücke zugeschnitten, bekomme ich ein Grundstück für ein Einfamilienhaus, wird die Heinrich-Busold-Straße zur Einbahnstraße, plant man einen direkten Zugang zur B3, wie wird die Stadt die Interessen der jetzigen Bewohner während der Bauphasen vor Lärm und Schmutz schützen. Diese und andere Fragen gilt es in den nächsten Monaten mit den Bewohnern und den Grundstückskäufern zu klären.

Einige Besucher des Infostandes nutzten auch die Chance, mit den heimischen Kommunalpolitikern im kleinen Kreis über weitere Friedberg betreffende Themen ins Gespräch zu kommen. So wurde etwa über die Nutzung des Burggeländes und die weitere Entwicklung Friedbergs als Schulstadt gesprochen. Kritische Worte äußerten sie insbesondere im Hinblick auf die stockende Entwicklung des ehemaligen Reuss-Geländes und der Kaiserstraße.

„Wenn man will, dass die Stadt Geld verdient, dann muss man eben auch erst einmal welches investieren, um Besucher anzulocken und nicht abzuschrecken“, äußerte eine Bürgerin im Hinblick auf die derzeitige Situation auf der Kaiserstraße. Besonders die Parkplatzsituation sowie die leer stehenden Verkaufsräumen seien besorgniserregend.

Schließlich war auch das Kasernengelände Gesprächsthema. Ein Besucher befürchtete, dass dort überwiegend Raum für die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG geschaffen werden soll. „Wenn das Wohngebiet auf dem See fertiggestellt ist, können neue Wohngebiete in der Kernstadt nur mehr auf dem Kasernengelände entstehen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die hohe Nachfrage nach Baugrundstücken für Einfamilienhäuser dort befriedigt werden kann“, so der CDU-Ortsverbandvorsitzende Patrick Stoll.

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