(rie) Am vergangenen Montag stattete der CDU-Ortsverband Friedberg Kernstadt dem Kreisverband Friedberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Besuch ab, um sich über die Arbeit vor Ort und insbesondere die vom DRK angebotene Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer zu informieren. Empfangen wurden die Kommunalpolitiker vom DRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Fieweger sowie der Fachbereichsleiterin für Migration & Integration Sezgin Yilmaz.

Unter dem Dachverband des Roten Kreuzes, das in diesem Jahr sein 150. Jubiläum feiert, wurde 1956 der Kreisverband Friedberg gegründet. Mittlerweile kann das DRK deutschlandweit 8 Millionen Unterstützer  verzeichnen. Allein der Kreisverband Friedberg kann sich auf 12.000 Förder-Mitglieder stützen, wovon sich 500 Ehrenamtliche und 100 Hauptamtliche aktiv für das Wohl der Gesellschaft einsetzen, erklärte Fieweger.

Neben dem Rettungsdienst, der ambulanten Pflege, dem Hausnotruf, dem Jugendrotkreuz, in dem sich mehr als 200 Kinder und Jugendliche engagieren, sowie Angeboten für Senioren, biete das DRK auch einige weitere soziale Konzepte. So sei insbesondere der Kleiderladen, in dem Kleidung für Jedermann für kleines Geld zu haben ist, für das DRK ein großer Erfolg, so Fieweger. Die Kunden könnten aus einem reichhaltigen Angebot das für sie Richtige auswählen und zu günstigen Preisen erwerben. Der Erlös des Ladens komme dann der aktiven Arbeit des DRK Friedbergs zugute.

„Die vom DRK seit 2005 angebotene Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer habe zum Ziel, Migranten den Integrationsprozess zu erleichtern, um ihnen ein selbstständiges Leben in Deutschland zu ermöglichen“, erklärte Yilmaz. In enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Behörden biete das DRK seinen Kunden auf freiwilliger Basis Beratung in den verschiedensten Lebenssituationen Hilfe bei der Wohnungssuche, Behördengängen, bei wirtschaftlichen Fragen oder Konfliktgesprächen innerhalb der Familie sowie bei Problemen rund um Schule, Ausbildung oder Beruf bilden dabei nur einen Teil des Aufgabenbereichs ab. Besonders das Thema Gesundheit rücke in neuster Zeit immer mehr in den Vordergrund, so sei die Anzahl der psychisch kranken Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren stetig angestiegen, erklärte Yilmaz. „Leider stoße ich hier an meine Grenzen und kann diesen Menschen nur andere Stellen an die Hand geben. Aber auch das gestaltet sich durch kulturelle und sprachliche Barrieren innerhalb unseres Gesundheitswesens häufig sehr schwierig, da die interkulturelle Öffnung dieser Institutionen noch nicht überall erreicht ist.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs spielten auch andere Faktoren für eine erfolgreiche Integration eine Rolle. Besonders wichtig sei, dass die Zugewanderten schnell die deutsche Sprache erlernten. Ausreichende Sprachkenntnisse seien die unabdingbare Voraussetzung für einen gelungenen Integrationsprozess. Gerade die frühkindliche Sprachförderung in den Kindertagesstätten sei daher besonders wichtig.

„Während von Migranten zu fordern ist, das freiheitliche Wertesystem in Deutschland, wie es sich etwa in den persönlichen Grundrechten widerspiegelt, anzunehmen, ist darauf zu achten, dass sich möglichst viele Institutionen in der Gesellschaft Migranten öffnen“, erklärte Patrick Stoll, der Vorsitzende des kernstädtischen Ortsverbands in der Friedberger CDU. Er verwies dabei auf die wachsende Zahl von CDU-Mitgliedern mit Migrationshintergrund und auf die gelungene Integrationsarbeit in vielen Vereinen. Inwieweit sich Kommunen noch besser gegenüber Migranten öffnen könnten, sei eine Frage, die von den Kommunalpolitikern künftig bei ihrer Arbeit stets mitbedacht werden müsste.

Insgesamt war der Nachmittag von einem aktiven Austausch geprägt und für alle Teilnehmer informativ, nicht zuletzt durch die Frage aus dem CDU–Verband, was die Kommunalpolitik für eine erfolgreiche Integration tun könne. In dem Gespräch kamen diverse Ansätze und Vorschläge zur interkulturellen Öffnung relevanter  Institutionen zur Sprache und damit wertvolle Anregungen für die Politik, was im Ergebnis einen gelungenen und erkenntnisreichen Nachmittag mit durchgängig positiver Resonanz bei allen Beteiligten ausmachte.

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