(bei) Nach dem Bruch der rot-grünen Koalition zeigt sich die CDU für Gespräche offen. Es sei wichtig, dass die kreisstädtische Politik nicht durch eine „Nabelschau der Ex-Koalitionäre“ gelähmt werde. „Aus leidlicher Erfahrung wissen wir, dass eine Suche nach Abweichlern nichts bringt,“ erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion Olaf Beisel, „in einer Demokratie lassen sich Wahlergebnisse eben nicht planen.“

Es könne somit dahinstehen, ob die Abweichler eher bei den Grünen oder bei der SPD zu verorten seien, auch wenn eine facebook-Mitteilung des SPD-Vorsitzenden Bansemer letzteres nahe lege. Bansemer verkündete am vergangenen Dienstag auf seiner facebook-Seite wörtlich: „Bei der SPD ist leider etwas Gravierendes falsch gelaufen. Wir konnten uns nicht auf alle bei der Stadtratswahl in unserer Fraktion verlassen.“ Die zur Aufkündigung der Koalition führende Enttäuschung der Grünen sei daher ebenso verständlich wie mögliche personelle Konsequenzen, die von der Fraktionsführung der SPD noch zu ziehen seien. Es sei sicher nicht ausreichend, wenn die Fraktionsvorsitzende der SPD Götz der Presse erklärt, dass man nach wie vor die Ziele eines Koalitionsvertrages verfolge, der nach dem Vertragsbruch und der Kündigung nicht mehr existent sei.

Als bedauerlich bezeichnete Beisel den Umstand, dass die Stadtverordnetenversammlung mit Horst Weitzel einen engagierten und vertrauenswürdigen Politiker verloren habe. „In der letzten Wahlperiode haben wir stets gut und konstruktiv zusammengearbeitet und unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viel für Friedberg erreichen können.“ äußert Beisel. Es sei schon ironisch, dass sich die Grünen nach der Wahl der SPD zugewendet hätten, da sie nur dort die Gewissheit wähnten, den Posten des Ersten Stadtrats zu erhalten. „Suche deinen Glauben, wo du ihn gelassen hast.“ kommentiert Beisel lakonisch.

„Alle Fraktionen im Friedberger Stadtparlament müssen nun zur Sacharbeit zurückkehren.“ appelliert Beisel. „Die Tagespolitik gehe schließlich vor und es liege genügend im Argen, was es anzupacken gelte.“ Die CDU sehe das Scheitern der Koalition in erster Linie als Chance für Friedberg. „Für Friedberg ergibt sich nun etwa die Möglichkeit, die von allen Beteiligten versprochene Bürgerbeteiligung beim Umbau der Kaiserstraße tatsächlich nachzuholen.“ hofft Beisel. Die CDU sei jedenfalls bereit, die in die Jahre gekommene Planung auf den Prüfstand zu stellen.

« CDU Friedberg gratuliert Peter Ziebarth zur Wiederwahl Junge Union verbreitet weihnachtliche Stimmung »