(sto) Endlich ist es so weit! Mit der auf Freitag kommender Woche angesetzten Bürgerversammlung wird ein für die CDU  wichtiger Schritt zur Neugestaltung der Friedberger Kaiserstraße gemacht. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung Olaf Beisel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bürgerversammlung bereits in der vergangenen Legislaturperiode auf Antrag der CDU beschlossen wurde. „Wir möchten die Anregungen der Friedberger Bürger frühzeitig in die weitere Planung einbinden.“, so Beisel zu dieser Zeitung.

Mit der Neugestaltung der Kaiserstraße solle einmal erreicht werden, dass der Straßenverkehr beruhigt und soweit möglich auf den Quell- und Zielverkehr begrenzt wird. Zum anderen erwarte man sich eine attraktiv gestaltete Einkaufsstraße, die zum Verweilen einlädt und gleichermaßen den Bedürfnissen von Fußgängern, Radfahrern und motorisierten Besuchern Rechnung trägt.

„Jahrelang wurde hier nur Flickschusterei betrieben“, führt Beisel aus: „Hier ein bisschen Verbundpflaster, dort ein paar Blümchen auf dem Elvis-Presley-Platz, ein paar Büsche vor der Burg und „Schafställe“ vor einzelnen Gastronomiebetrieben. Friedberg hat eine schönere Hauptstraße verdient.“

Mit der Herabstufung der Kaiserstraße zur Stadtstraße ergebe sich endlich die Möglichkeit, etwas Neues zu erschaffen. Ein Entwurfsplan liegt auch schon vor, den Interessierte über den Internetauftritt der Stadt einsehen können. Diese Entwurfsplanung wurde in der vergangenen Legislaturperiode von der Stadtverordnetenversammlung als Grundlage zur Umgestaltung verabschiedet. Auch die Friedberger CDU hat der Planung zugestimmt, die u. a. die Anlage einer Allee durch das Neupflanzen von Bäumen vorsieht. Die alten Bäume sollen nach aktuellem Planungsstand weichen. Sie stehen nach Auffassung der CDU ohnehin zu nah an den Häuserfronten, wodurch die freie Sicht auf die zum Teil historischen Fassaden verhindert wird.

Verwundert zeigt sich die CDU über das uneinheitliche Verhalten von Rot/Grün in dieser Frage. Habe man in der zurückliegenden Periode noch für die Entwurfsplanung gestimmt, biedere man sich nun den „Baumschützern“ an, die aus Sicht der CDU eine grundlegende Erneuerung der Kaiserstraße unnötig verkomplizieren wollen. Wer sich für die Neupflanzung ausspreche, werde schon fast als Kettensägenmörder verunglimpft. Dabei sprächen gewichtige Gründe für die Neuanlage der Alleepflanzung. Wenn man ordentlich etwas auskoffern, Leitungen verlegen und pflastern wolle, ginge dies nun einmal am besten ohne Wurzelwerk im Untergrund. Ferner würde eine von den Fassaden abgerückte Bepflanzung zu einer optischen Verengung der Fahrspur führen, was sich positiv auf die Fließgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs auswirkt. Durch die Fenster der anliegenden Häuser falle nicht genügend Licht, dafür aber Laub und Äste auf die Dächer, was immer wieder zu Verstopfungen in den Regenrinnen führe. Schließlich müsse man auch einen Blick auf die historischen Häuserfassaden ermöglichen. „Es gibt wunderschöne Häuser auf der Kaiserstraße. Außer im Winter kann sie nur keiner sehen.“, erklärt Beisel in diesem Zusammenhang.

Es sei daher nicht förderlich, wenn man bei der Neugestaltung der Kaiserstraße auf das Fällen von Bäumen grundsätzlich verzichten möchte. Die ökologisch motivierten Kritiker von Baumfällungen sollten ihre Haltung noch einmal überprüfen. Schließlich seien Bäume  das Musterbeispiel der erneuerbaren Rohstoffe. Sie lieferten Bau- und Brennmaterial. Die Welt ginge daher nicht unter, wenn der Baumbestand auf der Kaiserstraße erneuert würde. Für die CDU ergebe sich daher die Forderung: Wo die alten Bäume stören, müssen sie weichen, wo sie sich in eine attraktive Neugestaltung der Straße einfügen lassen, sollen sie bleiben.

Im übrigen gebe es wichtigere Fragen, die bei der weiteren Planung der Neugestaltung der Kaiserstraße zu berücksichtigen seien. „Für die CDU ist von besonderer Wichtigkeit, dass die Zahl der Parkplätze auf der Kaiserstraße nicht unnötig begrenzt wird“, erklärt Beisel. Daher seien die Parkplätze quer und nicht längs zur Fahrbahn anzuordnen. Weiter sollte nach Auffassung der CDU auf Kreisel auf der Kaiserstraße verzichtet werden. Sie störten der Charakter der historischen Marktstraße.

Schließlich sei der Verbleib des Wochenmarktes auf der Kaiserstraße in jedem Fall zu gewährleisten. Daher müsse der östlichen Seite der Kaiserstraße zwischen Elvis-Presley-Platz und der Burg besondere Beachtung geschenkt werden. Hier könnten nach der Vorstellung der CDU Strom- und Wasseranschlüsse für die Marktbeschicker eine sinnvolle Erweiterung darstellen.

Von der Bürgerversammlung am 12. August erwarte man sich wertvolle Hinweise für die weitere Planung. „Wir hoffen daher, dass sich bei der Versammlung nicht nur um die Bäume dreht“, so Beisel abschließend.

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