(sto) Der ortsgerechte Ausbau der Kaiserstraße war Gegenstand einer gemeinsamen Veranstaltung der CDU Friedberg und der Werbegemeinschaft „Friedberg hat’s“. Um die Wünsche der Friedberger Geschäftswelt bei der weiteren Planung berücksichtigen zu können, trafen sich Samstag Vertreter der örtlichen CDU und der Werbegemeinschaft in der Weinstube Röder. Der Werbegemeinschaft „Friedberg hat’s“ gehören zahlreiche Geschäftsinhaber der Kaiserstraße an. Sie ist Veranstalterin beliebter Veranstaltungen wie etwa dem Frühlingsmarkt oder dem Friedberger Halloween. Ferner veranstaltet sie die Weihnachtsverlosung und die Weihnachtsbeleuchtung der Kaiserstraße.

Der Fraktionsvorsitzende der Friedberger CDU Dr. Olaf Osten stellte zunächst den Planungsstand vor. Er erklärte, dass es für die CDU wesentlich darauf ankomme, dass die Kaiserstraße künftig die Besucher zum Bummeln und Verweilen einladen solle. Aus diesem Grund sehe die Planung eine wesentliche Verbreiterung der Bürgersteige vor. Dadurch werde insbesondere auch den Gastronomiebetrieben eine Außenbewirtschaftung auf den Bürgersteigen ermöglicht. Die sog. Hasenstelle sollen nach der Umgestaltung der Vergangenheit angehören.

Von Frau Eva Reitz (Mangels) vorgetragene Befürchtungen der Werbegemeinschaft, dass der Ausbau mit einer übermäßigen Verknappung des Parkraumangebots einhergeht, konnte Osten zerstreuen. Nach dem aktuellen Planungsstand sollen lediglich 30 Parkplätze wegfallen.

Rosamaria Bey, langjährige Vorsitzende des Bauausschusses erklärte zum Thema „durchgängige Tempo 30 Zone“, dass für die CDU allenfalls eine abschnittsweise Reduzierung der Geschwindigkeitsbegrenzung in Betracht komme. Schließlich sei auch die Bezuschussung durch das Land, ohne die der Ausbau finanziell nicht zu stemmen wäre, von einem Verzicht auf eine durchgängige Tempo 30-Zone abhängig.

Osten wies darauf hin, dass es sich bei der aktuell vorliegenden Planung noch nicht um die Umsetzungsplanung handelt. Die aktuelle Entwurfsplanung müsse noch eingehend erörtert und könne noch variiert werden. Er erinnert daran, dass die CDU im Friedberger Stadtparlament dafür gesorgt habe, dass noch vor den Sommerferien eine Bürgerversammlung zu dem Thema stattfinden wird, in der alle Interessierten eigene Ideen zur Umgestaltung einbringen können. Bei einem so wichtigen Projekt müsse eine Bürgerbeteiligung gewährleistet werden, die über die planungsrechtlichen Vorgaben hinausgeht.  „Für die CDU ist Bürgerbeteiligung nicht nur eine leere Phrase. Wir nehmen die Wünsche der Bürger tatsächlich ernst.“, äußerte Osten in diesem Zusammenhang.

Der Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender äußerte sich schließlich noch zum Thema Baumbepflanzung. Das aktuelle Entwurfskonzept sieht eine Neubepflanzung der Kaiserstraße vor. Hollender kritisiert, dass dieser Aspekt in der öffentlichen Darstellung sehr emotional beleuchtet würde. Für die CDU zählten auch im Hinblick auf den derzeitigen Baumbestand zuvörderst sachliche Argumente. Derzeit sei noch nicht entschieden, welche der auf der Kaiserstraße stehenden Linden der Umgestaltung weichen müssen. Es sei auch völlig unklar, wie es um den Gesundheitszustand des aktuellen Baumbestands bestellt ist. Hollender wies auch darauf hin, dass alte Linden sehr empfindlich auf eine Überdeckung ihrer Wurzelflächen reagieren. Für die CDU seien aber auch die Bewahrung des Alleencharakters der Kaiserstraße und die Sichtbarkeit der historischen Häuserfassade wichtige Kriterien bei der Entscheidung über das zukünftige Erscheinungsbild der Kaiserstraße.

Die Friedberger CDU werde auch weiterhin einen engen Kontakt zu der Werbegemeinschaft halten und ihre Meinung zu den weiteren Schritten bis zur Umsetzungsplanung berücksichtigen, erklärte Beisel abschließend.

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