Zu einem Arbeitsgespräch über mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Waschbären in Friedberg hatte CDU-Vorsitzender Bernd Wagner alle Jagdpächter des Stadtgebietes Friedberg ins ‚Hüttchen‘ eingeladen. Grundlage ist das von der Europäischen Union herausgegebene „Waschbär – Management- und Maßnahmenblatt zu VO (EU) Nr. 1143/2014“. Denn auch in Friedberg, vor allem in Fauerbach, Dorheim und Bruchenbrücken, sorgt der Raubsäuger für einige Probleme.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Waschbären in der Lage sind, massiv in die Bestände heimischer Amphibienarten einzugreifen. Da die Waschbären ihrer Beute aber nur solange intensiv nachstellen, wie sie ohne großen Aufwand erreichbar ist, besteht nach aktuellem Wissensstand nicht die Gefahr der völligen Ausrottung der betroffenen (Lokal-)Populationen zum Beispiel der Erdkröte oder des Grasfrosches in Bruchenbrücken oder Dorheim.

Etwas anders sind die Auswirkungen des Waschbären auf die Brutbestände seltener Tierarten zu werten. Sind diese Arten nur mit wenigen Vorkommen bzw. Brutpaaren vertreten und erleiden sie regelmäßige Verluste durch die zwischenzeitlich allgegenwärtigen Waschbären, sind die Arten zumindest auf lokaler Ebene akut in ihrer Existenz bedroht. Auch kann der ökologisch äußerst anpassungsfähige Waschbär effektiv Baumverstecke wie Spalten und Höhlungen auf Nahrung kontrollieren. Daher ist der Waschbär vermutlich in der Lage, zusätzlich Verluste bei Fledermäusen und höhlen- sowie baumbrütenden Vögeln zu verursachen. Weiterhin kann er den ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppten Waschbärspulwurm auf Menschen übertragen. Bedroht sind vor allem Kleinkinder wie im Kindergarten Bruchenbrücken. Und schließlich sorgt er durch Zerstörung von Dämmmaterialien, Verschmutzung und anderweitige Belästigung an und in Gebäuden für mitunter erhebliche Schäden.

Wie aber kann die Waschbärpopulation in Friedberg sinnvoll eingedämmt werden? Die Jagdpächter waren sich einig, dass die Bestandsregulierung in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten durchgeführt und dass dabei Lebendfallen eingesetzt werden sollten. Denn der Abschuss der von Natur aus scheuen und darüber hinaus dämmerungs- bzw. nachtaktiven Waschbären sei wenig erfolgversprechend. Allerdings sei der Aufwand der Fallenjagd recht groß. Die Lebendfallen kommen während das ganze Jahr über zum Einsatz. Da Lebendfallen täglich kontrolliert werden müssen, ist ihr Einsatz nur möglich, wenn die – günstigstenfalls in Friedberg wohnhaften - Jagdausübungsberechtigten engagiert mitarbeiten. Dies mache deutlich, dass eine wirksame Regulierung des Waschbärenbestands nur in räumlich begrenztem Umfang möglich ist. CDU-Vorsitzender Bernd Wagner bedankt sich bei allen Jagdpächtern für ihre Bereitschaft, bei der Eindämmung der Waschbärenbestände in Friedberg mitzuwirken.

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